Wo Banker unter Palmen wandeln

Eingang ‚Historisches Schauhaus‘

Exotische Gartenanlagen in Deutschland gehen häufig auf fürstliche Bauherren der Barockzeit zurück. Anders der Palmengarten in Frankfurt am Main: Hier waren es im 19. Jahrhundert die stolzen Bürger, die es sich leisteten (und leisten konnten), eine Parkanlage zu schaffen, in der man den Winter komplett aussperren kann.

Der Frankfurter Palmengarten ist deshalb zu jeder Jahreszeit eine Attraktion, selbst wenn das Wetter nicht mitspielt. Der Park gehört zu den zehn artenreichsten Gärten weltweit.

Nicht nur Palmen, ...
Nicht nur Palmen, …

1868 wurde der Palmengarten angelegt. Hinter der Gründung stand eines der ersten bürgerschaftlichen Engagements. Denn die Frankfurter legten einen Aktienfonds an, um eine Sammlung exotischer und heimischer Pflanzen in ihre Stadt zu holen.

Besucher kommen meist von der Siesmayerstraße – gleich neben dem Café Siesmayer – in den Garten durch das historische Schauhaus von 1905. Hier ist die Heimat der fleischfressenden Pflanzen und anderer botanische Schätze.

... sondern auch Blütenträume verwöhnen die Augen im Palmengarten
… sondern auch Blütenträume verwöhnen die Augen im Palmengarten

Doch fast immer zieht es die Menschen weiter in den großen Park. Er bietet die ganze Paletten der Garten-Typen und -Variationen: Ein Rosengarten lockt im Sommer mit herrlichen Düften. Stauden blühen vom Frühjahr bis in den späten Herbst. Ein Steingarten mit Pflanzen aus verschiedenen Gebirgsregionen ist perfekt angelegt, sogar mit Grotte und Wasserfall. Es gibt einen Heidegarten, und Gebirgspflanzen, die im Haus Leonhardsbrunn beheimatet sind, sofern sie nicht winterhart sind. Selbst ein Gärtlein  im Stil Goethes wurde angelegt; denn die Frankfurter sind natürlich besonders stolz auf diesen Sohn ihrer Stadt. Ein Bächlein fließt durch die Parklandschaft und ihre Wiesen mit einem wunderbaren alten Baumbestand, der bei Sommerhitze Schatten spendet. Wem der Gang über das fast zwanzig Hektar umfassende Gelände zu viel ist, kann sich auch gemütlich mit dem ‚Palmen-Express‘ herumfahren lassen. Und wer mag, kann eine Kahnpartie auf dem großen Weiher genießen, an dessen Westseite sich der Rhododendron-Garten anschließt.

Impressionen aus dem Palmengarten:

Ein wahrer Dschungel entfaltet sich im Palmenhaus.
Ein wahrer Dschungel entfaltet sich im Palmenhaus.

Schon 1869 wurde das historische Palmenhaus gebaut. Es besteht aus einer freitragenden Glas-Stahlkonstruktion und gehört zu den größten dieser Art in Europa. Im Palmenhaus taucht der Besucher in eine exotische Welt von Palmen und Riesenstauden ein. Sogar ein künstlicher Hügel ist im Haus angelegt, unter dem sich eine Grotte befindet, die in eingebauten Aquarien die Unterwasserwelt der Tropen spiegelt. Außer der faszinierende Gartenlandschaft bietet das historischen Gebäude in seinen Seitengalerien regelmäßig jahreszeitliche Pflanzen- und Kunst-Ausstellungen.

Einen großzügigen Blick gewährt das Tropicarium in die tropischen Zonen der Welt.
Einen großzügigen Blick gewährt das Tropicarium in die tropischen Zonen der Welt.

Zu den besonderen Attraktionen zählt auch das Tropicarium. Hier entfaltet sich die üppige Welt der ‚trockenen‘ und ‚feuchten‘ Tropen. Gut verträgliche trockene Wärme umfasst die Besucher in den Häusern mit Fauna aus Halb- und Nebelwüste und aus Savanne und Dornwald. Doch wer die Welt der Monsun-, Tiefland-, Berg-Regenwälder und des Mangroven-Waldes entdecken möchte, sollte einen stabilen Kreislauf haben und gegebenenfalls den Mantel ausziehen. Hier wird es feucht und heiß.

Gut getarnt!
Gut getarnt!

Im Tropicarium sind auch exotische Tiere zu entdecken; hier ein paar Papageien und dort Echsen. Doch um die Kriechtiere zu entdecken, muss man schon sehr genau hinsehen. Sie tarnen sich genau wie in ihrem natürlichen Umfeld.

Nicht nur die Tropen kann man im Palmengarten erforschen, sondern auch die karge Pflanzenwelt der eher unterkühlten Regionen sind zu sehen im Subantarktis-Haus. Nach Angaben der Palmengarten-Verwaltung ist diese Anlage weltweit einmalig. Draußen schließen sich die Pflanzen aus Trockengebieten in einem Steppen-Garten an.

Für jeden etwas: Blüten in allen Formen und Farben.
Für jeden etwas: Blüten in allen Formen und Farben.

Wem der Sinn besonders nach Blütenträumen steht, der ist genau richtig im Blütenhaus. Hier finden sich zu jeder Jahreszeit ein bunte Farbenpracht und -Vielfalt.

Auch ein Imbiss ist im Palmengarten zu haben. Aber wer dies spezielle Frankfurt-Erlebnis komplett machen will, der verabschiedet sich bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse des Café Siesmayer mit Blick auf das Palmenhaus und den Kleinen Weiher.

Text: Ruth Hoffmann

Photos © repor-tal

weitere Informationen: www.palmengarten.de

Anschrift: Palmengarten der Stadt Frankfurt am Main, Siesmayerstraße 61, 60323 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Februar bis Oktober 9 bis 18 Uhr, November bis Januar 9 bis 16 Uhr; Ausgang aus dem Palmengarten ist nach den Kassenöffnungszeiten durch die Drehkreuze möglich. Zugang zum Tropicarium, dem Palmenhaus, den Ausstellungsgalerien und dem Blütenhaus nur während der Kassenöffnungszeiten.

Eintritt: Tageskarte 7 Euro; Jahreskarte 50 Euro

Eingangskassen: Siesmayerstraße 63; Palmengartenstraße; Zeppelinallee (sonn- und feiertags 10 bis 16 Uhr)

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