Bierbüchsen an der Borderline

Die Dosen der Dänen beschäftigen Behörden, berichtet die dpa. Dänen dürfen nämlich dänisches Bier hinter der deutschen Grenze kaufen. Da ist es erstmal viel billiger wegen der Steuer. Und obendrein fällt das Dosenpfand weg.

Ausgedacht hat sich diesen Pfand-Rabatt die Kieler Landesregierung zur Freude einer Reihe von ‚Bordershops‘ entlang der Grenze. Ihr Argument: Getrunken wird das Bier in Dänemark; die Dosen belasten also nicht die deutsche Umwelt.

Der dänische Handelsverband findet das unfair, hat sich bei der EU beschwert und fordert, dass die Deutschen den Dänen auch das deutsche Dosenpfand abknöpfen. Nun ist das deutsche Dosenpfand mit 25 Cent fast doppelt so hoch wie das dänische von einer Krone (ca. 13 Cent).

Unglücklich sind darüber vor allem die Umweltminister aus Berlin, Kiel und Kopenhagen. Vor drei Jahren beschlossen sie einen Kompromiss: Die Dänen sollten auch in Deutschland das dänische Dosenpfand zahlen und zuhause zurück bekommen. Doch daraus wurde nichts, weil – so heißt es offiziell – die Beschwerde des dänischen Handelsverbandes bei der EU noch nicht beschieden sei.

Und so dürfen Dänen weiter pfandlose Dosen kaufen, zuhause saufen und sorglos entsorgen, wie früher, zum Wohle! – der Schleswiger Bordershops. 

Schorsch Bonks

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