Drei Gemälde für die KunstWelten

Die KunstWelten des Landesmuseums Hannover sind um drei Dauerleihgaben reicher. Ein Privatsammler hat drei hochkarätige Meisterwerke für die Sammlung der niederländischen Malerei im Landesmuseum zur Verfügung gestellt.

Die drei neuen Meisterwerke, die ab sofort die Niederländersammlung des Landesmuseums Hannover bereichern stammen von Abraham van Cuylenborch (Utrecht 1620 – 1658 Utrecht) und Johannes Lingelbach (Frankfurt am Main 1622 – 1674 Amsterdam).

Abraham van Cuylenborch, Landschaft mit der Ruine der Aqua Claudia, 1641 © Landesmuseum Hannover

Abraham van Cuylenborch: Landschaft mit der Ruine der Aqua Claudia, 1641
Über den holländischen Landschaftsmaler van Cuylenborch ist nur wenig bekannt. Er lebte und arbeitete in Utrecht, wo er 1641 auch heiratete. Sein Thema waren vor allem italienische Landschaften mit Grotten und antiken Ruinen, die er wohl nie im Original gesehen hat. Das Gemälde zeigt die Ruine die Aqua Claudia, eines der zahlreichen Aquädukte, die das Gebirgswasser durch die Campagna Romana nach Rom führten. 

Johannes Lingelbach, Hafen mit orientalischen Kaufleuten, Mitte 17. Jh. © Landesmuseum Hannover

Johannes Lingelbach: Hafen mit orientalischen Kaufleuten, Mitte 17. Jahrhundert
Der Genre- und Landschaftsmaler Lingelbach kam mit seiner Familie bereits 1634 nach Amsterdam, wo er vermutlich das Malen lernte. Weitere Stationen waren Paris 1642 und Rom 1644. Bekannt wurde er vor allem als Maler von Landschaften und Hafenszenen mit deutlichem italienischem Charakter. Aber auch einige Schlachtenbilder sind von ihm erhalten. Die bunte Szene in einem Hafen mit auffällig gekleideten Kaufleuten beschreibt keinen bekannten Ort. Der Leuchtturm im Hintergrund wie auch die Figuren mit farbenfrohen Turbanen und Mänteln sind wahrscheinlich von Lingelbach erfunden. 

Johannes Lingelbach, Rast bei einer Falkenjagd, Mitte 17. Jh. © Landesmuseum Hannover

Johannes Lingelbach: Rast bei einer Falkenjagd, Mitte 17. Jahrhundert
Das Jagen mit abgerichteten Greifvögeln war in den Niederlanden im 17. Jahrhundert nur dem Adel vorbehalten. Passend dazu sieht man im Hintergrund ein großes Schloss. 

Bereits im Jahr 2007 hat ein hannoverscher Privatsammler, ein Mitglied beider Vereine, dessen besondere Liebe der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts gilt, der musealen Sammlung 17 hochkarätige Gemälde als Dauerleihgaben überlassen.

Die heutigen KunstWelten haben ihren Ursprung in der 1852 als Landesgalerie Hannover gegründeten Kunstsammlung. Diese entstand im Gegensatz zu anderen Kunstsammlungen nicht aus höfischem, sondern aus bürgerlichem Engagement. Bereits 1848 hatte der Verein für die öffentliche Kunstsammlung mit Ferdinand Georg Waldmüllers Abendgebet sein erstes Bild erworben. Heute führen zwei Vereine diese Tradition fort: Der Förderkreis der Niedersächsischen Landesgalerie e.V. und die Kunstfreunde Hannover e.V lassen der Sammlung des WeltenMuseums auf unterschiedliche Weise Unterstützung zu Teil werden. 

Text: Landesmuseum Hannover / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung des Landesmuseums Hannover

Informationen: www.landesmuseum-hannover.de

Anschrift: Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Willy-Brandt-Allee 5, 30169 Hannover

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 18 Uhr

Eintritt: z.Zt. 4 Euro (wegen Umbau)

Telefon: 0511 / 98 07 – 686

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