Köstliches auf
dem Köppel

Asche- oder Aschenbraten ist in verschiedenen Regionen Deutschlands bekannt. Früher wurde Glut genutzt, um das Fleisch zu garen. Auch heute gehört es zu den Traditionen verschiedener Vereine, Aschenbraten auf diese traditionelle Weise herzustellen.

Wer jedoch nicht ganz so lange warten möchte, muss sich auf die Suche nach Restaurants machen, die diesen seltenen kulinarischen Genuss anbieten. Dazu gehört die Gaststätte auf dem Köppel, eine Erhebung im Montabaurer-Höhenzug. 542 Meter ist er hoch. Der Weg zum Gasthaus auf dem Köppel ist nicht leicht zu finden; denn die Westerwälder ziehen es anscheinend vor, ihre schönsten Plätze vor Touristen zu verstecken.

Köppel-Hütte © repor-tal

In der rustikalen Köppel-Hütte gibt es den sensationellen Aschenbraten.

Auf das Gasthaus weist kein Schild hin, also richtet man sich nach der Ausschilderung zum Aussichtsturm. An der Straße zwischen Ransbach-Baumbach und Elgendorf gibt es einen Wander-Parkplatz. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten auf den Köppel zu gelangen. Entweder lässt man den Wagen stehen und wandert den Berg je nach Kondition etwa eine halbe Stunde hinauf – streckenweise ist es ziemlich steil – oder man ignoriert das Schild ‚Durchfahrt nur für Forstfahrzeuge‘ und fährt der Ausschilderung zur Köppel-Hütte und dem Aussichtsturm nach. Nach Angaben der Touristen-Information in Höhr-Grenzhausen ist Gästen die Zufahrt zur Hütte gestattet.

Köppel-Hütte © repor-tal

Zünftig ist die Hütte ausgestattet.

Wie auch immer man das Ziel erreicht hat – den Gast empfängt eine zünftig-rustikales Blockhaus gleich unter dem imposanten Betonzylinder des Aussichtsturms. Die Wände hinter dem Tresen und rund um den Stammtisch sind mit Bildern und Souvenirs der Gegend dekoriert. Die Schröders empfangen ihre Gäste fröhlich und familiär, ob man zu Fuß kommt oder motorisiert. Die Karte bietet verschiedene Jausenspeisen wie Matjes mit Kartoffelsalat, Käse- oder Schinkenbrot oder auch Bockwurst. Aber die Spezialität des Hauses ist der original Westerwälder Aschenbraten (9,50 Euro).

Wanderpass © repor-tal

Wanderer bekommen hier auch ihren Stempel in den Pass.

Man sollte allerdings genug Zeit mitbringen; denn es dauert drei Viertelstunden, ihn à la minute zuzubereiten, und anders wäre er wohl nicht er selbst; denn das Fleisch muss in seiner Folienpackung im Ofen durchgaren und frisch ausgewickelt serviert werden.

 

Aschenbraten, Aschebraten © repor-tal

Einfach sensationell: der Aschenbraten auf dem Köppel

Die Wartezeit verkürzt man sich beim Plausch mit Wanderern oder Besuchern aus der Umgebung, die gern über weitere Attraktionen der Gegend erzählen. Nach einer solch kurzweiligen Dreiviertelstunde steht der Braten duftend vor uns auf dem Tisch. Aschenbraten besteht aus Schweinenacken mit sehr vielen Zwiebeln. Das Fleisch ist aufgrund der langen Garzeit in Alu-Folie butterweich. Herrlich gewürzt ist es außerdem. Dazu serviert die Hütten-Wirtin Pellkartoffeln mit Sauerrahm und einen Salat. Insgesamt ein wirklicher Genuss, für den es sich lohnt zu warten.

Köppel-Geist © repor-tal

Auf das Wohl!

Anschließend folgen wir noch einer Empfehlung der Einheimischen am Nachbartisch: „Da muss man hinterher unbedingt einen Köppel-Geist trinken!“ Das (2 Euro) ist ein rötlicher, nicht süßer Kräuterbitter, der den Magen nach dem Aschenbraten aufräumt. Er hat nichts Klebriges an sich, brennt nicht auf der Zunge hinterlässt aber einen pfeffrigen Nachhall.

Wer möchte, kann sich die Kalorien auch gleich wieder abtrainieren. Rund 170 Stufen führen auf den knapp 40 Meter hohen Aussichtsturm. Von hier kann man bei klarer Sicht über den Westerwald und sogar bis zur Eifel, zum Siebengebirge oder zum Taunus blicken.

Text: Ruth Hoffmann

Photos: © repor-tal

Adresse: Köppel-Hütte, Peter Schröder, Parkplatz An der K126 zwischen Ransbach-Baumbach und Elgendorf – Achtung: die Anschrift ‚Auf dem Hügel‘ führt in ein kleines Gässchen in Ransbach-Baumbach, aber nicht zur Köppel-Hütte.

Telefon: 02623 / 12 80

Öffnungszeiten: täglich ab 11 Uhr, sonn- und feiertags ab 10 Uhr – es empfiehlt sich vorher anzurufen, ob auch keine geschlossene Gesellschaft stattfindet.

Anmerkung: ‘fifty2go’ erhebt nicht den Anspruch, objektiver Restaurant-Tester zu sein. Wir berichten, wie uns ein Restaurant gefallen hat. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und auch die Tagesform des Personals kann variieren. Ob es Ihnen schmeckt, müssen Sie also selbst herausfinden!

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9 Responses to Köstliches auf
dem Köppel

  1. Thies Hoffmann 15. Juni 2013 at 13:08 #

    meine Begeisterung für Wald“wanderer“, die mit dem Auto bis zur Hütte fahren, hält sich in Grenzen. 50plus heißt ja nicht 80plus, da sollte man noch laufen können

    • Knauer 8. Juli 2014 at 11:09 #

      Es gibt auch Leute mit Gehbehinderung ! Die wollen ja auch mal den Aschebraten essen. Ich z.B. habe Arthrose im linken Sprunggelenk. Damit ist es trotz orthopädischer Schuhe nicht zumutbar, solche unebenen und teilweise steilen Strecken zu Fuß zu gehen.

      Gruß

      B.Knauer

  2. Andreas 21. September 2015 at 11:08 #

    Gastronomie am Aussichtsturm Köppel
    Die Überschrift an sich ist ein Absurdum – als Gastronomie kann man das nicht bezeichnen.
    Wir haben der Köppelhütte insgesamt 3 Mal einen Besuch abgestattet und wurden 2 mal nicht bedient mit dem Hinweis wir schließen gleich (ein mal 18:45 gestern um 16:00). Offensichtlich hat man es hier nicht nötig – für uns ist der Fall erledigt, wandern am Köppel immer wieder gern, schade nur, dass es für uns dort keine Einkehrmöglichkeit gibt!
    Andreas und Familie

    • redakteur 21. September 2015 at 11:32 #

      Das finden wir sehr schade! Unser Besuch ist ja schon etwas länger her. Da hat es doch gewaltig nachgelassen.

  3. Heidtmann 11. Januar 2016 at 18:57 #

    Wir waren auch im vergangenen Jahr 2015 dort. Mitte des Jahres. So gegen 18:00 Uhr. Leider war das zu spät für einen Aschenbraten, wir wussten nicht das um 18:00 Uhr geschlossen wurde! Aber wir bekamen noch eine Wurstplatte sowie Getränke, obwohl man eigentlich schließen wollte. Und die Wurstplatte muss ich sagen, war wirklich gut. Und, dass ganze in bezug auf den Service, ging sehr freundlich ab. Wir können also nur Positives berichten.

    Nächste Woche werde ich mit ein paar Wanderfreunden dort zugegen sein. Wir kommen extra aus dem Hunsrück.

    Da ich persönlich aber aus der Koblenzer Ecke komme, genauer aus Bendorf, kenne ich den Köppel schon sehr sehr lange. Egal wann, es war immer wieder schön dort.

    Heinz H. und Freunde

    • Redakteur 11. Januar 2016 at 19:00 #

      Viel Freude nächste Woche! Haben Sie den Aschenbraten schon bestellt? Viele Grüße vom fifty2go-Team

  4. Uwe Kübitz 5. März 2016 at 15:28 #

    Ich war von Juli 1975 bis Juni 1976 als Bundeswehr Soldat auf dem Köppel stationiert. Wir waren beim damaligen Köppelwirt privat versorgt . Sonntags haben wir immer den legendären Aschenbraten bekommen.
    Auch in der Hütte waren wir regelmäßig.

    Für mich ist das alles Nostalgie, aber eine schöne Erinnerung an einen Lebensabschnitt.
    Leider alles vorbei.
    Sind ja auch schon 40 Jahre her

    • Redakteur 6. März 2016 at 15:23 #

      Einfach mal wieder vorbeischauen! Es lohnt sich auch heute noch. Es grüßt das fifty2go-Team

  5. Anselm Proeller 28. März 2017 at 20:14 #

    Heute waren wir erstmalig mit unserem Leihhund Freddy auf der Köppel-Hütte bei Ransbach-Baumbach . Das Wetter war super , der Wirt knuffig und sehr nett . Aber der Aschenbraten . . . . mit Worten nicht annähernd zu beschreiben . Das Fleisch sowas von zart , die Pellkartoffeln mit dem Sauerrahm unglaublich . Der Geschmack von alle dem sensationell . Das muß man einmal gegessen haben , sonst versteht man diesen Text nicht . Schade , dass wir nicht schon früher mal dort waren , aber das holen wir nach , ganz bestimmt .

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