Avantgarde aus zwei Epochen

Am Sonntag, den 18. März 2018, spielt die Deutsche Kammerakademie Neuss unter Leitung des schweizerischen Dirigenten Simon Gaudenz Werke von François-Joseph Gossec, Dmitri Schostakowitsch und Anestis Logothetis.

Simon Gaudenz
© Lucian Hunziker

Mit einem frischen musikalischen Ansatz, der sich – wo immer es notwendig ist – an aufführungspraktischen Erkenntnissen orientiert, hat Simon Gaudenz in den letzten Jahren besonders auf dem Gebiet des klassischen Repertoires von sich reden gemacht. Nachdem er unter anderem den – europaweit höchstdotierten – Deutschen Dirigentenpreis erhalten hat, steht er am Pult vieler renommierter Klangkörper. Er ist inzwischen designierter Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie und wird auch die nächste CD-Produktion der Deutschen Kammerakademie leiten, die dem Haydn-Zeitgenossen François-Joseph Gossec (1734-1829) gewidmet ist. 

Gossec kam aus dem Hennegau im heutigen Belgien und stieg zum offiziellen Komponisten der Französischen Revolution auf, nachdem er vorher schon in Paris Karriere gemacht hatte. Seine sechs Symphonien op. 6 stammen aus den frühen Jahren: Sie erschienen 1762 und sind meisterhafte Erscheinungen auf der Schwelle vom Barock zur Klassik, geistreich, melodisch und von einer direkt anspringenden Dynamik.

Die beiden Neuheiten von Einst umrahmen zwei Werke der Moderne: Der aus Bulgarien stammende Wahlwiener Anestis Logothetis (1921-1994), der mit seiner graphischen Notation und Werken wie dem Mäandros hohe Anerkennung in Avantgardistenkreisen fand, hat sich auf ganz eigene Weise auch mit der Himmelsmechanik beschäftigt. Eines der Resultate dieser mikro-makro-kosmischen Beobachtungen ist der Polymeron aus dem Jahre 1960, den Simon Gaudenz schon verschiedentlich mit großem Erfolg dirigiert hat.

Der dritte Komponist ist Dmitri Schostakowitsch, dessen sogenannte »Kammersymphonie op. 118a«, die chorisch besetzte Fassung des zehnten Streichquartetts, der Deutschen Kammerakademie Neuss wieder einmal die Möglichkeit zu praller Expressivität bietet.

Text: repor-tal / Pro Classics

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.deutsche-kammerakademie.de

Termin: 18. März 2018, 18 Uhr (Einführung 17.15 Uhr)

Ort: Zeughaus Neuss, Markt 42-44

Karten-Hotline: 02131 / 52 69 99 99

Eintritt: ab 22,60 Euro

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