Spannende Paarungen der Kunst

Maria Sinjakowa-Uretschina
Zoo
o. J., Aquarell und Bleistift auf Papier, Sammlung Rubinstein-Horowitz
Foto: Carsten Gliese, Köln

 Impulse geben, Emotionen wecken, den eigenen Blick schärfen: Mit seiner neuen Ausstellung Begegnungen. Die verbindende Sprache der Kunst schlägt das Clemens Sels Museum Neuss einen ungewöhnlichen Weg ein.

Max Raffler
Warteraum eines Tierarztes
um 1970, Bleistift, Aquarell und Deckfarben auf Papier, Clemens Sels Museum Neuss
Foto: Carsten Gliese, Köln

Die russisch-jüdische Sammlerin Tanya Rubinstein-Horowitz hatte von ihrem Großvater Jakov Rubinstein (1900 –1983) eine Sammlung geerbt, die sie eines Tages der Direktorin des Clemens Sels Museums Neuss, Uta Husmeier-Schirlitz zeigte. Das löste die Idee der Begegnungen aus.

Die intuitive Sammlerin, die ihre Bilder zusammenträgt „weil sie ihr gefallen“, und die Vertreterin einer Institution, für die es vor allem um das wissenschaftliche Bewahren, Erforschen und Vermitteln geht – diese beiden haben gemeinsam eine Präsentation ersonnen, die über Jahrhunderte, Stile, Kulturräume und Landschaften hinweg ein originelles Spannungsfeld herstellt.

Olga Rosanowa
Stilleben
1915, Öl auf Leinwand, Sammlung Rubinstein-Horowitz
Foto: Carsten Gliese, Köln

Die praktische Verwirklichung, an der auch die Kunsthistorikerin Dr. Olga Sugrobova Roth mitarbeitete, ergab vierzig „privat-museale“ Werkpaare. Es ist schon ein Vergnügen, deren thematische Verwandtschaft aufzuspüren. Wenn uns beispielsweise aus dem Nebeneinander zweier Stilleben unterschiedlicher Epochen die geänderten Bedingungen der Gesellschaft offensichtlich werden; oder wenn der berühmte Ikarus des Henri Matisse und der Harlekin von Sergej Jutkewitsch in ihrer Bewegung einem ähnlichen Impuls folgen – dann erleben wir einen inspirierenden Funkenflug.

Heinrich Nauen
Rhododendronblüte in gelber Vase
um 1919, Öl auf Leinwand, Clemens Sels Museum Neuss
Foto: Walter Klein, Düsseldorf

Die Ausstellung ist eine Aufforderung, den eigenen Wahrnehmungen, Empfindungen und Gedanken zu vertrauen. Mancher wird vielleicht das Kind in sich wiederfinden – nicht nur bei den speziellen Sehreisen für Kinder. Dann ist das Ziel der Begegnungen erreicht.

Dei Schau ist ab sofort bis zum 1. März 2020 zu sehen.

TIPP: Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei!

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.clemens-sels-museum-neuss.de

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