Die HandleBards: Anstrengend für die Lachmuskeln

In diesem Jahr schließt das Neusser Shakespeare-Festival mit einem doppelten Knaller ab: Die HandleBards – Girls and Boys. Die Jungs legten eine rasante Interpretation von Much Ado About Nothing hin, die förmlich zum Lachen gezwungen hat.

„Guten Abend, we are the HandleBardssss“ – zunächst stellen sich die vier Schauspieler vor. Nach Shakespearescher Manier spielen die Männer sämtliche Rollen – auch die weiblichen Figuren. Und es ist auch kein Problem für die Vier, die 18 (!) Rollen auf die Bühne zu bringen. Okay, manchmal gibt es Stellvertreter, etwa einen handlebar, zu Deutsch einen Fahrradlenker. Oder es werden schnell mal Menschen aus dem Publikum geangelt, die mitspielen müssen.

Warum sie sich HandleBards nennen? Ganz einfach, sie strampeln sich auf ihrer Heimatinsel, der britischen von Spielort zu Spielort mit dem Fahrrad. Ihr ganze Equipment haben sie im Gepäck. Der Fahrradlenker heißt auf englisch eben handlebar. Und der Bard, zu deutsch der Barde, klar, der Vortragende. Zu identifizieren sind die Schauspieler an ihrem Markenzeichen, den Socken: Robin Harris‘ Beine in leuchtendem Gelb, William Ross-Fawcett bevorzugt knalliges Rot, Mark Collier hat strahlendes Blau gewählt und Ross Ford mag seine Beine in Grün.

The Handlebards – immer klar zu identifizieren, Blau = Mark Collier, Rot = William Ross-Fawcett, Foto: Tom Dixon

Much Ado About Nothing, zu deutsch Viel Lärm um nichts, bietet den HandleBards viel Raum, um ihr komödiantisches Talent auszuspielen. Und das schlummert nicht nur in den Vieren, sondern kommt regelrecht zum Ausbruch. Allein wenn Ross Ford und William (seine Freunde nennen ihn Bill) Ross-Fawcett auf einem imaginären Motorrad mit Beiwagen sitzen, kann sich niemand das Lachen mehr verkneifen. Und wenn Robin Harris wirklich aus Versehen Mark Collier mit einem zu großen Stück Banane füttert, so dass er kaum noch etwas sagen kann – zumindest nicht deutlich – stimmen auch die beiden fröhlich in das Gelächter des Publikums ein. Überhaupt sprechen die Schauspieler immer wieder das Publikum an. Niemand ist davor gefeit, nicht plötzlich unter die Lupe genommen zu werden. Aber keine Sorge, niemand wird vorgeführt.

Egal um welches Stück es sich handelt, wer die Möglichkeit hat, die HandleBards zu sehen, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.shakespeare-festival.de, www.handlebards.com

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