Schluss mit Tricks und Abzocke!

Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband kämpfen gegen Kostenfallen und Abzocke im Konsumalltag. Untergeschobene Verträge, überzogene Inkassoforderungen, Fluglinien, die trotz Verspätung nicht zahlen wollen. Anlässlich des diesjährigen Welt-Verbrauchertages am 15. März fordern sie konkrete Schritte von den Gesetzgebern.

Verbraucher haben im Alltag mit vielen Kostenfallen und Abzocke zu kämpfen. Bisweilen sind die Ärgernisse für sich betrachtet relativ klein. In Summe verursachen sie jedoch Milliardenschäden und untergraben damit das Vertrauen der Verbraucher in die soziale Marktwirtschaft.

„Die Politik könnte einige Kostenfallen leicht aus dem Weg räumen. Nötig wären zum Beispiel ein Kostendeckel für Inkassoschreiben, kürzere Laufzeiten bei Handy-, Strom- und Fitnessverträgen sowie die Pflicht für Unternehmen, sich am Telefon geschlossene Verträge schriftlich vom Verbraucher bestätigen zu lassen“, sagt Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Die Bundesregierung müsste mehr gegen Kostenfallen tun. Mit dem geplanten Gesetz für faire Verbraucherverträge und der Reform des Inkassorechts will sie ein paar Baustellen angehen. Allerdings müsste Schwarz-Rot hier mutiger agieren, meinen die Verbraucherschützer. Sie sind der Ansicht, die geplante Deckelung von Inkassogebühren sei unzureichend und die noch viel wichtigere nötige zentrale Aufsichtsbehörde für die Branche fehle komplett. Diese Behörde werde dringend gebraucht, um gegen die nicht geringe Zahl unseriöser Inkassounternehmen vorzugehen.
Kürzere Laufzeiten und Vertragsverlängerungen, insbesondere bei Strom-, Handy- und Fitnessverträgen böten Verbrauchern mehr Flexibilität und ermöglichten einen stärkeren Wettbewerb auf den Märkten. Einwände insbesondere aus der Telekommunikationsbranche, dass dies für Verbraucher zu höheren Preisen führe, erscheinen den Verbraucherschützern wenig überzeugend, insbesondere, wenn man einen vergleichenden Blick in andere EU-Länder wirft.
Die Bestätigungspflicht für Verträge am Telefon wiederum ist bisher lediglich für Energieverträge vorgesehen, müsste aber für alle telefonisch geschlossenen Verträge gelten. Denn Verbraucher haben naturgemäß Schwierigkeiten, das am Telefon Besprochene nachzuweisen und sind so besonders gefährdet für betrügerische Machenschaften.

Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) © MFFJIV

Die rheinland-pfälzische Verbraucherschutz-Ministerin Spiegel ist für faire Verbraucherverträge: „Verbraucher müssen nicht nur wirksam davor geschützt werden, dass ihnen langfristige Verträge untergejubelt werden – sie müssen sich auch leichter wieder davon lösen können. Hier ist die Bundesregierung gefordert. Bereits vor einem Jahr wurde die Idee vorgestellt, die Laufzeit von Verbraucherverträgen zu verkürzen und eine Verlängerung nicht mehr automatisch um ein Jahr, sondern nur noch um drei Monate zuzulassen. Das ist fair und einfach umzusetzen. Das Kabinett muss jetzt das Maßnahmenpapier beschließen und das Parlament endlich darüber beraten.

Nachholbedarf sieht die Verbraucherschutz-Ministerin auch beim Kündigen von Verträgen. Dies sollte für Verbraucher im Prinzip genauso einfach sein, wie Verträge zu schließen. „Dafür brauchen wir die sogenannte Button-Lösung, die es für den Vertragsschluss bereits gibt, auch für die Kündigung. Hier muss der Gesetzgeber nachbessern.“

Die Verbraucherzentralen der Länder haben zum Weltverbrauchertag zahlreiche Aktionen geplant, um über Kostenfallen aufzuklären. Der Weltverbrauchertag erinnert jährlich am 15. März an die Proklamation grundlegender Verbraucherrechte durch den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy: Verbraucher sollen vor betrügerischer oder irreführender Werbung und Kennzeichnung geschützt werden und aus einer Vielfalt von Produkten mit marktgerechten Preisen auswählen können. In Deutschland setzen sich die Verbraucherzentralen für diese Rechte ein.

Text: VZ / repor-tal

Informationen: www.vz-rlp.de, www.inkasso-check.de

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *

Diese Seite kann Cookies verwenden, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung