Stralsunder
Kontraste

Stralsund – übrigens: man betont die zweite Silbe – gehört zu den alten Hafenstädten der Ostseeküste, deren hanseatische Tradition bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht. Ihre Handelsbeziehungen umfassten den gesamten Ostseeraum, England und Flandern. Die Altstadt steht auf einer ehemaligen Insel. Trotz der schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ist viel historische Bausubstanz erhalten. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Den besten Überblick hat man vom Turm der Marienkirche.

Stralsund Rathaus
Das Rathaus von Stralsund

Den zentralen Marktplatz beherrscht das gotische Rathaus mit seiner hohen Fassade, deren obere Stockwerke allerdings nur aus der Fassade selbst bestehen. Ihre sechs gleich großen Sternrosetten zwischen sieben spitzen Türmchen erinnern an Zifferblätter. Aber auch die vielen schmucken Bürgerhäuser rund um den Marktplatz und entlang der Straßen und Gassen zeugen vom Jahrhunderte langen Wohlstand der Hansestadt.

Astronomische Uhr
Astronomische Uhr von 1394

Gegenpol zum Rathaus ist die Nikolaikirche, zu deren Attraktionen eine astronomische Uhr gehört. Sie belegt eindrucksvoll, wie wichtig schon vor 800 Jahren die Bewegungen der Gestirne für die Seefahrer waren.

Das Panorama der Häuser entlang des Hafens wird leider brutal durchbrochen von den blendend weißen, wellenförmigen Betonwänden, hinter denen das ‚Deutsche Meeresmuseum und Ozeaneum‘ residiert.

Meeresmuseum in Stralsund
Das Meeresmuseum durchbricht das Stadtbild wie ein außerirdisches Raumschiff

Es wurde 2008 eingeweiht und macht Stralsund zweifellos für Touristen noch um einiges attraktiver als die Stadt ohnehin schon ist. Leider hat die Architektur nicht das geringste Element aus dem Formen- und Materialschatz der Umgebung aufgenommen, sondern bricht mit der Wucht ihrer bunkerartigen Wände brutal durch alle Fluchtlinien, als wolle sie sagen: ‚Platz da, jetzt komme ich!“

Im Innern des Museums soll man sich möglichst im Liegen von künstlichen Walen beeindrucken lassen, die man über sich schweben sieht. Die Altstadt von Stralsund sieht so aus, als wäre ihr der Wal schon auf den Kopf gefallen. Das Panorama der Hafenkante sieht wegen des Museums aus, als wäre ein außerirdisches Raumschiff mitten auf ihr gelandet.

Auch im Hafen gibt es ein – schwimmendes – Museum: den 1933 gebauten Großsegler Gorch Fock, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Segelschulschiff der Bundesmarine, das 1958 nach ihrem Vorbild gebaut wurde. Zur Unterscheidung trägt das ältere Schwesterschiff auch den Namen ‚Gorch Fock I‘.

Stralsund Hafen
Der alte Hafen lädt zum Bummeln ein

Stralsund ist nach wie vor eine lebendige Hafenstadt. Im alten Hafen kann man gemütlich bummeln, Segler beobachten und frische Fisch-Leckereien genießen, direkt vom Kutter auf die Hand. Wobai natürlich die Piraten-Legende Klaus Stortebecker allgegenwärtig ist. Sogar auf den Bierflaschen.

Jan-Peder Lödorfer (Text)

repor-tal (Photos)

Informationen: www.stralsund.de www.stralsundtourismus.de

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