Europas Krise, Goethes Zeit

Goethe, Illustration von Maria Gottweiss nach dem Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Goethe in der römischen Campagna, 1787 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Wie kein zweiter Dichter seiner Zeit hat Goethe jene Veränderungen reflektiert, die um 1800 die politischen, ökonomischen und kulturellen Fundamente Europas erschütterten. Die erste große Goethe-Ausstellung seit 25 Jahren in der Bonner Kunsthalle veranschaulicht sein Werk und seine Biografie im Horizont der frühen Moderne sowie die einzigartige Rezeptionsgeschichte seines Wirkens.

Johann Wolfgang Goethe ist der weltweit bekannteste Dichter deutscher Sprache. Bereits zu Lebzeiten erstreckte sich sein Ruhm über ganz Europa. Seine literarischen Werke wurden in unzählige Sprachen übersetzt, und Figuren wie Werther oder Faust eroberten alle Kunstgattungen und sämtliche Sparten der Populärkultur. Er war aber nicht nur ein kritischer Beobachter der anbrechenden Moderne, sondern zugleich ein äußerst wandlungsfähiger Künstler, der bis heute Schriftsteller, Maler und Bildhauer ebenso inspiriert wie Komponisten, Photographen und Filmregisseure.

Die Schau versammelt ca. 250 Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit. Mit Werken von Caspar David Friedrich, Auguste Rodin, William Turner und Angelika Kauffmann über Piet Mondrian und Paul Klee bis hin zu Cy Twombly, Andy Warhol, Barbara Klemm und Ólafur Elíasson reicht die Perspektive der Ausstellung vom späten 18./frühen 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Neben Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie spielen auch Theater, Film und Musik eine wichtige Rolle. Die wechselvolle Rezeptionsgeschichte seines Werks wie auch seiner Person bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für Fragen nach der Aktualität Goethes, der diese Ausstellung nachgeht.

In neun Kapiteln erschließt die Ausstellung Goethes Leben und Werk sowie den Epochenhorizont seiner Zeit – von 1749, dem Jahr seiner Geburt, bis zu seinem Tod im Jahr 1832. Zentrale biografische Wendepunkte und Ereignisse sowie einige seiner bekanntesten Werke bilden den Fokus der Ausstellung. Der Blick auf das Zeitgeschehen zeigt die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche und Fragestellungen, mit denen Goethe sich intensiv auseinandergesetzt hat.

Die Ausstellung der Bundeskunsthalle und der Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift, Frankfurt a. M., dem Goethe-Museum Düsseldorf und dem Museum Casa di Goethe, Rom ist bis zum 15. September 2019 zu sehen

Text: Bundeskunsthalle / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Informationen: www.bundeskunsthalle.de

Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 – 21 Uhr, donnerstags bis sonntags und feiertags 10 – 19 Uhr

Eintritt: 8,50 €

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