Die ganze Bandbreite von Schauspiel, Stimme und Esprit

„Eigentlich war es immer so, dass mir irgendetwas passiert oder begegnet ist, und – schwupp, war schon ein neues Projekt da!“ Kerstin Brix ist Mezzosopranistin. 2008 bekam sie den ‚Theater-Oscar‘ als beste Sängerin für ihre Rolle in dem Solo-Stück ‚Erwartung‘ von Arnold Schönberg.

In 'Kiss me Kate' von Cole Porter

Nun ist der Mezzosopran eine Stimmlage, die von Opern-und Operetten-Komponisten eher zurückhaltend in Anspruch genommen wird. Georges Bizet dürfte mit seiner ‚Carmen’ wohl die berühmteste Figur für den Mezzosopran geschaffen haben. Deshalb baute sich Kerstin Brix ein zweites Standbein auf und wurde außerdem Schauspielerin.

„Eine klassische Ausbildung ist die beste Grundlage, die man sich als Sängerin schaffen kann“, sagt die heute 44-Jährige. Ihr Debut als Sängerin feierte sie 2001 mit Verdis Macbeth. Doch ihre Karriere begann schon vorher. Schon während ihres Studiums sang sie in Musicalproduktionen wie Starlight Express, The Rocky Horror Show oder Jesus Christ Superstar mit. Ihre Ausbildung sowohl in Gesang als auch Schauspiel krönte sie durch Meisterkurse und Aufbaustudien. „Mein Schwerpunkt war aber immer die Oper“, lächelt sie; doch Kerstin Brix tanzt heute auf vielen Hochzeiten – und das mit großem Erfolg! Inzwischen sind es 15 Projekte, an denen sie maßgebend beteiligt ist. Hier nur ein paar Beispiele:

Thomas Kukulies + Harald Eller + Kerstin Brix + Roman Babik = cantasud

cantasud – zusammen mit den Künstlern Roman Babik (Tasteninstrumente), Harald Eller (Kontrabass / Gitarre) und Thomas Kukulies (Percussion / Drums) bietet Kerstin Brix einen Mix aus Mediterranem, Jazz und Chanson’. Zum Repertoire gehören italienische und französische Arrangements ebenso wie Eigenkompositionen. „Viele Lieder habe ich aus Italien mitgebracht, wo ich eine zeitlang gelebt habe.“

 

Gestatten: Legrand – begleitet vom Oliver Klot am Flügel präsentiert Brix Lieder des französischen Filmkomponisten Michel Legrand. Legrand wurde mit drei Oskars und fünf Grammys ausgezeichnet. Unter anderem schrieb er die Musik zu den Filmen ‚Les Parapluies de Cherbourg’ und ‚Yentl’.


Dabra Hayes, Janet Batolova und Kerstin Brix sind Konkurrenz für Pavarotti und Co.

Die 3 Tenörinnen – Als Anneliese Rothenberger und Rudolph Schock passé waren, eroberten die Tenöre in Dreierpacks die Showbühnen. Luciano Pavarotti, Antonio Carreras und Placido Domingo schlossen nahtlos an die Helden ihrer Jugend Enrico Caruso und Mario Lanza an. Kerstin Brix fand aber: „Auch Frauen können das.“ Zusammen mit den Sopranistinnen Debra Hays und Janet Bartolova bringt sie nicht nur ein musikalisch ansprechendes, sondern durch und durch amüsantes Programm auf die Bühne. Schonungslos nehmen die drei Diven die Selbstverliebtheit ihrer männlichen Kollegen auf die Schippe.

Ganz in den Siebzigern

divas2groove – Zurück in die 1970er Jahre kommen wir mit Kerstin Brix und den beiden Soul-Sängerinnen Betty Heller und Claudia Mander. Wer erinnert sich nicht an ‚I’m so excited’ (The Pointer Sisters), ‚Natural  Woman’ (Aretha Franklin), ‚Down On The Street’ (The Stooges), ‚Nutbush City Limits’ (Tina Turner), ‚We Are Family’ (Sister Sledge), ‚Sex Machine’ (James Brown), ‚Mercedes-Benz’ (Janis Joplin), ‚It’s Raining Men’ (Weather Girls), ‚Car Wash’ (Rose Royce) und viele viele mehr. „Wir sind eine richtige Party-Band“, sagt Kerstin Brix.

canto melodia – Das Quintett Barbara Kuklinski (Sopran), Kerstin Brix (Mezzosopran), Gerhard Dierig (Tenor und Geige), Norbert Knabben (Bassbariton) und Jan Weigelt (Klavier) kommt wieder klassisch daher. Populäre Arien aus Oper, Operette und Musical stehen hier im Mittelpunkt.

Gimme 5 – Swing, Jazz, Pop gehören zum Repertoire von Kerstin Brix (Mezzosopran), Betty Heller (Sopran), Michael Magnus (Bass), Martin Wilger (Tenor) und Wolfgang Wilger (Tenor). Die Interpretationen reichen von ‚Four Brothers’ (Manhattan Transfer), ‚Why Not‚ (Hilary Duff) bis hin zum ‚Lacrimosa’ aus Mozarts Requiem.

Hildegard läßt grüßen.

Hildegard von Lewandowski – Das Alter Ego von Kerstin Brix ist Hildegard, die Wahnsinnsfrau. In diesem musikalischem Kabarett lebt Kerstin Brix  auch ihr schauspielerisches Talent voll aus. „Die Figur hat sich langsam entwickelt“ erinnert sich Kerstin Brix. „Jetzt gibt sie hemmungslos alles von sich. Hildegard macht mir großen Spaß.“

Hildegard von Lewandowski rührt gerne mit Norbert Hülsdonk im Pott.

Pottpürree unternander – ist bodenständiges Kabarett vom Niederrhein. Zusammen mit Norbert Hülsdonk, alias Norbert Knabben hat sie ein musikalisches Kabarett mit eigenem Material, aber auch Texten der verstorbenen Sängerin und Kabarettistin Elfi Kluth, des Kabarettisten Okko Herlyn und nicht zu vergessen von Hans-Dieter Hüsch zusammengestellt.

Multi-Talent und Quirl auf der Bühne: Kerstin Brix

Klassik, Jazz, ein literarischer Liederabend und Big-Band-Auftritte gehören wie selbstverständlich auch zum Repertoire von Kerstin Brix. Alle ihre Projekte aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Doch ihre Vielfältigkeit ist für die quirlige Frau bezeichnend. Kerstin Brix ist auf kein Gesangs-Genre, keine spezielle Rolle festzulegen. Sie birgt in sich, was einen guten Bühnenakteur ausmachen sollte: Das Wechseln in einen anderen Charakter.

Bei allem, was sie auf die Bühne bringt, legt die Sängerin aber auf eines besonderen Wert: Qualität! „Ich bin überzeugt: Weil heute so wenig Life-Musik gemacht wird, fällt es den Menschen immer schwerer, Qualität zu erkennen. Ich versuche zu zeigen, was den Bogen eines spannungsreichen Programms ausmacht.“

Ruth Hoffmann (Text)

Kerstin Brix (Photos)

Informationen: www.kerstin-brix.de

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