50+ ist mehr als
eine Generation

Kulturkompetenz 50+‘ ist ein Ratgeber für Profis. Der Untertitel ‚Praxiswissen für die Kulturarbeit‘ zeigt die Zielgruppe: Fachleute, die für Erwachsene in der zweiten Lebenshälfte Kurse und Kultur anbieten und die Anregungen, Ideen und Impulse für neue Projekte suchen – aber auch angehende Profis, nämlich solche, die sich in dieser Richtung beruflich (neu) orientieren wollen.

Vielleicht wichtigstes Anliegen dieses Buches ist es, mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen. Bezeichnend ist ein Zitat von Henry Ford, dem amerikanischen Industriepionier: ‚Wer aufhört zu lernen, egal ob mit 20 oder 80, ist alt. Wer weiterlernt, bleibt jung. Das Größte im Leben ist, den Geist jung zu halten.‘ Entsprechend lautet das Plädoyer der Herausgeberinnen auch: ‚Es gibt nicht die ältere Generation, folglich kein Angebot, mit dem man die ältere Generation erreichen kann.‘

NRW-Kulturministerin Ute Schäfer nennt in ihrem Vorwort den Grund, warum ihr Ministerium dies Buch gefördert hat: ‚Die Älteren können unserer Gesellschaft viel vom Reichtum ihres Lebens zurückgeben und sich gewinnbringend einbringen.‘

Doch – andersrum wird ein Schuh draus: Nachdem wir in einem stressigen Berufsleben ‚unserer Gesellschaft‘ viel gegeben haben, können wir allmählich mal ein bisschen mehr an uns selbst denken und etwas für unsere Bildung, unsere geistige Lebensqualität tun!

Die Herausgeber packen es dankenswerterweise richtig umgekehrt an. Zitat: ‚Nicht nur für die Großen wie Pablo Picasso, Leo Tolstoi oder Pablo Casals, die bis ins hohe Alter künstlerisch aktiv waren, spielt das Malen, Schreiben oder Musizieren eine bedeutende Rolle. Auch für Menschen, die durch Kunst und Kultur nicht berühmt wurden, sind kreative Ausdrucksformen sinngebend, zudem eine Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe und eine Bereicherung der Lebensqualität.‘

Beiträge berichten von Erfahrungen aus Kursen zu den Themen Theater, Tanz, Musik und Photographie, darnter einem Projekt zu Graffiti und Street Art mit Älteren und aus Museen und Bibliotheken. Die Herausgeberinnen Kim de Groote und Almuth Fricke sind Mitarbeiterinnen am Institut für Bildung und Kultur (IBK) in Remscheid.

Kim de Groote / Almuth Fricke (Hrsg.): Kulturkompetenz 50+ – Praxiswissen für die Kulturarbeit mit Älteren. kopaed 2010 ISBN 978-3-86736-3719-8 16,80 €

Die Fachstelle KUBIA (Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter) gehört zum Institut für Bildung und Kultur e.V. (IBK) in Remscheid.

Jan-Peder Lödorfer (Text)

repor-tal (Foto)

Informationen: www.ibk-kubia.de / www.kopaed.de / www.sowieso.de

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