Hallo, Frollein? – Bitte ein Internet!

Diese Zeiten sind endgültig vorbei! ©
Diese Zeiten sind endgültig vorbei! © Fotolia, pholidito

Das ‚Fräulein vom Amt‘ ist Geschichte, und das analoge Telefon bald auch. Weltweit telefonieren schon viele über das Internet. Aber in Deutschland ist es noch nicht flächendeckend verbreitet. Die Telekom als immer noch größter Anbieter der Branche in Deutschland will bis 2018 das analoge Festnetz abschaffen und durch sogenannte IT-Telefone ersetzen. Für den Verbraucher heißt das: aufgepasst!

Das Aus fürs analoge Festnetz ist für die Deutsche Telekom beschlossene Sache: Bis 2018 will der Telekommunikationsriese dafür sorgen, dass sämtliche Kunden nur noch digital übers Internet telefonieren. Die IP-Telefonie – wie sie im Fachjargon heißt – soll Sprachqualität und Datenübertragung beim Telefonieren und Online-Surfen künftig erheblich verbessern.

Doch auf dem Weg in die digitale Zukunft werden viele Kunden nicht richtig mitgenommen oder bleiben mit ihrer Unkenntnis gleich auf der Strecke. „Kunden, die eigentlich von der digitalen Umstellung auf IP-Telefonie profitieren sollen, berichten von dürftigen Informationen, unerwarteten Zusatzkosten und massiven technischen Störungen nach dem Technologiewechsel der Telekom“, zählt die Verbraucherzentrale NRW einige Probleme auf.
Was Telefonkunden bei der geplanten Umstellung vom analogen Festnetz auf die digitale Internettelefonie wissen und beachten müssen, erklärt die Verbraucherzentrale NRW:

Aufgepasst! Damit Sie nicht in das Telefon beißen müssen. ©
Aufgepasst! Damit Sie nicht in das Telefon beißen müssen. © Fotolia, Imaginis

Betroffene Telefonkunden
Sämtliche Kunden, die bislang einen analogen oder einen ISDN-Anschluss nutzen und einen DSL-Anschluss für ihren Zugang zum Internet hinzugebucht haben, müssen innerhalb der nächsten drei Jahre mit dem Wechsel ihres Festnetzanschlusses auf Internet-Technik rechnen. Kunden mit Internet-Anschluss sollen vom Telefonanbieter über die geplante Umstellung und die damit verbundene Vertragsänderung informiert werden. Bei Kunden ohne Internetzugang will die Telekom den Technologiewechsel automatisch vornehmen, wovon der Kunde angeblich nichts bemerken soll.

Uneinheitliche Umstellungspraxis
Viele Kunden fühlen sich dennoch von der Ankündigung der Telekom überrumpelt, so die Verbraucherzentrale. Häufig melden sich Telekom-Mitarbeiter Monate vor Ablauf des bisherigen Vertrags schriftlich oder persönlich am Telefon bei den Kunden oder stehen unangemeldet vor der Tür, um sie über die technischen und vertraglichen Änderungen zu informieren und zu einem raschen Vertragswechsel zu bewegen.
Kunden, denen die Umstellung ihres Anschlusses auf IP-Technik ins Haus steht, sollten dem Wechsel jedoch nicht vorschnell zustimmen, sondern sich zuvor informieren, was an Neuerungen, Kosten, neuen Endgeräten, aber auch an möglichen Umstellungsproblemen auf sie zukommen kann.

Entspannter Wechsel hilft. ©
Entspannter Wechsel hilft. © Fotolia, Rudie

Vertrag in der Warteschleife
Der bisherige Vertrag mit der Telekom gilt auf alle Fälle bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit und kann nicht zugunsten der Einführung der IP-Telefonie vorzeitig vom Unternehmen gekündigt werden. Fürs künftige Telefonieren und Surfen per IP-Technik muss dann ein neuer Vertrag geschlossen werden. Kunden sollten die geänderten Bedingungen darin – etwa Zusatzkosten für neue Endgeräte, teurere Tarife für schnellere Datenübertragung, die Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist – zuvor gründlich prüfen und mit Angeboten von Konkurrenz-Unternehmen vergleichen. Einige locken Neukunden zudem mit Rabatten.

Mögliche Extra-Kosten
Kunden ohne Internet-Anschluss müssen nicht mit Extrakosten rechnen. Wer jedoch zu Hause online unterwegs ist, benötigt fürs neue Telefonieren unter Umständen einen neuen Router, der die IP-Telefonie ermöglicht. Diese Zusatzgeräte müssen Kunden jedoch meist aus eigener Tasche zahlen.

Stockender Service
Der Technologiewechsel verläuft nicht immer reibungslos. Viele Kunden stehen anschließend auf der lahmen Leitung und haben mit technischen Störungen und Gesprächsausfällen zu kämpfen.
Kunden sollten technische Probleme mit dem IP-Anschluss unverzüglich der Telekom melden mit der dringenden Aufforderung, die Störung zu beseitigen.

Problem Hausnotruf-Systeme
Der IP-Anschluss funktioniert nur, wenn er unter Strom steht. Bei einem Stromausfall kann das Telefon nicht genutzt werden. Aber auch installierte Hausnotruf- oder Alarmsysteme versagen ohne Stromversorgung ihren Dienst. Kunden, die ein Hausnotruf- oder Alarmsystem nutzen, sollten sich rechtzeitig erkundigen, ob ihre Geräte die technische Umstellung mitmachen und wie sie bei einem Stromausfall trotzdem einen Notruf absetzen können.

Rechtlichen Rat zur Umstellung auf IP-Telefonie bieten die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW.

Text: repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von …, © repor-tal

Informationen: www.vz-nrw.de

Telefon: 0900 / 189 79 69 für 1,86 Euro aus dem deutschen Festnetz. Mobilfunkpreise können variieren.

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