„Es war ein titanischer Akt“

Ein letzter Tango – María Nieves, © German Kral Filmproduktion
Ein letzter Tango – María Nieves, © German Kral Filmproduktion

Internationale Filmemacher haben sich mit dem Tango Argentino und seiner Ausdruckskraft befasst; unter ihnen Bernardo Bertolucci (‘Der letzte Tango in Paris’, 1972), Fernando E. Solanas (‘Der Süden’, 1985), Sally Potter (‘Tango-Fieber’, 1997), Carlos Saura (‘Tango’, 1998), Robert Duvall (‘Assassination Tango’, 2002) und Arne Birkenstock ( ’12 Tangos’, 2005). German Kral hat mit seiner aktuellen Dokumentation über das Leben der beiden Tango-Stars María Nieves und Juan Carlos Copes ein Meisterstück hinzugefügt.

Kral: “Ich erinnere mich ganz genau an meine erste Begegnung mit María Nieves in Buenos Aires. Es war sehr spät in der Nacht, sie rauchte am Eingang einer Milonga eine Zigarette auf der Straße. Ich erzählte ihr, dass ich einen Film über Tango vorbereitete und dass ich gerne mit ihr darüber sprechen möchte. Sie war herzlich und charmant – wie sie immer ist – und gab mir einen Termin ein paar Tage später bei ihr zu Hause.

Ein letzter Tango – Juan Carlos Copes, © Gabriela Malerba
Ein letzter Tango – Juan Carlos Copes, © Gabriela Malerba

Ich weiß auch noch ganz genau, dass ich dreißig Sekunden, nachdem ich mich auf ihrem Sofa niedergelassen hatte und mit ihr sprach, wusste, dass María unbedingt im Film sein musste. Ein ähnliches Gefühl stellte sich ein, als ich ein paar Tage nach diesem Treffen Juan Carlos Copes’ Autobiographie ‘¿Quién Me Quita Lo Bailado?’ (‘Wer nimmt mir das Getanzte weg?’) las.

Während ich die Seiten des Buches umblätterte, setzte sich in meinem Kopf der Gedanke fest, dass dieser Film von beiden handeln müsste: María und Juan Carlos, das größte Tangopaar aller Zeiten!

Waren María Nieves und Juan Carlos Copes von Anfang an bereit, an diesem Projekt mitzuwirken?

Ich musste wirklich lachen, als ich diese Frage las. Nieves und Copes hatten seit ihrer Trennung Ende der 90er Jahren kaum miteinander getanzt. Es war – und ich übertreibe nicht – ein titanischer Akt, sie zusammen zu führen, damit sie am Ende des Films aufeinander zugehen und sich in der Tangostellung umarmen. Diese Szene drehen zu können, hat mich drei Jahre Gespräche, unzählige Kaffees mit Copes, mehrere Absagen, viele Kopfschmerzen, viele schlaflose Nächte und einen bösen Anwaltsbrief von Copes und seiner Frau gekostet… Aber ich habe nicht locker gelassen. Bis zum letzten Moment des Drehens wussten wir nicht, ob das stattfinden würde oder nicht – bis Copes‘ Ehefrau schließlich ihr OK gab. Ich bin extrem froh und dankbar, dass sowohl Juan Carlos Copes als auch María Nieves im Film mitgemacht haben. Denn wäre einer von ihnen nicht im Film, wäre der Film deutlich ärmer geworden.“

Der Film ‚Ein letzter Tango‘ läuft seit April 2016 in deutschen Kinos (spanisch mit deutschen Untertiteln).

Text: repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung vom Filmverleih Alpenrepublik

Informationen: www.alpenrepublik.de

Lesen Sie Montag, 11. April: Vom Leben getrennt, im Tango verbunden

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *