In den Gewölben
der alten Rittersleut‘

Der Lebensstil der christlichen Eroberer Palästinas im Mittelalter ist in Akko besonders deutlich nachzuerleben. Akko – damals Akkon – war im gesamten 13. Jahrhundert Hauptstadt des lateinischen Königreiches im Heiligen Land. Doch die Geschichte der Stadt reicht Jahrtausende zurück. Ihre strategisch günstige Lage als Handelshafen machte sie für alle Mächte attraktiv. Schon die Pharaonen haben sie erobert.

Akko Mauern

Gewaltige Bastionen hielten sogar Napoleon stand

Phöniker, Griechen, Römer und Byzantiner folgten und nutzten die Hafenstadt im Westen Galiläas als Handelsposten. 636 übernahmen die Araber die Macht, bis die Kreuzritter sie 1105 wiederum vorübergehend ablösten. Akkon wurde der Hauptsitz des Johanniterordens, dessen Tradition bis heute von den Hilfsorganisationen der Malteser und Johanniter gepflegt wird. Die Überlieferung sagt, dass damals in Akkon Angehörige verschiedener Religionen friedlich zusammengelebt hätten, bis die christlichen Besatzer 1290 viele muslimische Bewohner umbrachten. 1291 mussten die Johanniter Akkon und damit Palästina aufgeben und zogen sich nach Rhodos zurück.

Akko Brunnen

Der Brunnen und die Moschee gelten als Paradestücke des ‚türkischen Barock‘

Der Mamelucken-Sultan ließ damals die Stadt zerstören. Erst im 17. Jahrhundert lebte sie wieder auf. Im 18. Jahrhundert wurde die gewaltige Befestigung errichtet, die (mit Unterstützung durch die Briten) sogar Napoleons Truppen standhielt.

Auch während der vielen Jahrhunderte Osmanischer Herrschaft war die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz. Die Moschee aus dem 18. Jahrhundert gilt als eine der schönsten in Israel. Ihr gegenüber betritt man die heute einige Meter unter der Erde liegende mittelalterliche Kreuzfahrerstadt, die erst im 20. Jahrhundert ausgegraben wurde.

Akko Säulen

Mächtige Säulen tragen die Gewölbe

Obwohl die auf mächtigen Säulen ruhenden Gewölbe gut ausgeleuchtet sind, wirken sie ziemlich unheimlich. Dennoch vermitteln sie einen Eindruck vom Lebensstandard, den die Ritter aus dem Westen hier im Orient erreichten. Es gab sogar Toiletten mit Wasserspülung, eine Errungenschaft, die in Europa erst Jahrhunderte später üblich war.

Zum Weltkulturerbe gehört auch die überwiegend von Arabern bewohnte Altstadt mit ihren verwinkelten Gässchen und dem teilweise mit Wellblech gedeckten Suk, dem Basar. Der Lebensstil des modernen Israel ist hier noch nicht angekommen. Wer sich als Tourist in diese Gassen wagen will, sollte nicht zu leicht bekleidet sein, sonst wird man unangenehm angefeindet.

Jan-Peder Lödorfer (Text)
repor-tal (Photos)

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