Kutter, Koggen, Schwedenköpfe

Wismar wurde erstmals 1229 in einer Urkunde erwähnt. Vermutlich geht der Ursprung der späteren Hansestadt schon auf die Ankunft der Wenden im 7. Jahrhundert zurück. Straßennetz und Quartiersstruktur sind seit dem 14. Jahrhundert, der Blüte der Hanse, bis heute nahezu unverändert. Zur Hansezeit war hier ein wichtiger Warenumschlagplatz. Hier kreuzten sich die Handelsrouten und machten die Stadt zu einer kleinen Handels-Metropole. Die Via Regia, die bedeutendste Ost-West-Verbindung im Norden, führte durch Wismar.

fifty2go hat das maritime Wismar erkundet.

Buntes Treiben im Alten Hafen

Alter Hafen

Von der Wismarer Bucht reichen drei Hafenbecken wie Finger in die Küstenstadt hinein. Das mittlere ist der historische Hafen. Im Dreier-Bund mit Lübeck und Rostock stieg Wismar zu einem bedeutenden Warenumschlagplatz auf. Aus der Zeit stammen viele historische Gebäude in der Altstadt.
Die Hafeneinfahrt ist geprägt von den Schwedenköpfen. Das sind bunt bemalte Büsten, die den einlaufenden Schiffen in der Wismarer Bucht düster entgegenblicken. Sie sind auf den Dückdalben platziert. Die dicken, in den Hafengrund eingerammten Pfähle markieren die Hafeneinfahrt. Die Schwedenköpfe sind ein Wahrzeichen der Hansestadt Wismar. Repliken sind heute an verschiedenen Stellen der Stadt zu sehen.
Vom Alten Hafen gehen auch die Ausflugsschiffe zu den Inseln Walfisch und Poel in der Wismarer Bucht. Und man sollte es auch nicht versäumen, frisch geräucherten Fisch von einem der Verkaufsboote am Kai zu probieren.

Baumhaus Wismar
Das Baumhaus

Das Baumhaus

Vor dem historischen Baumhaus im Hafen stehen zwei Kopien dieser Schwedenköpfe und geben dem ansonsten schlichten Gebäude ein markantes Flair. Aber natürlich sind dies Kopien. Nur einer der barocken Originalköpfe ist erhalten und steht im Stadtgeschichtlichen Museum Schabbellhaus.
Seinen Namen hat das Baumhaus von dem Schlagbaum, der früher hier bedient wurde. Das war ein schwimmendes Langholz, mit dem die Hafeneinfahrt in der Nacht und bei Gefahr gesperrt wurde.

Kogge, Wissemara, Wismar, Hafen
Die Wissemara läuft aus.

Die Poeler Kogge

Die christliche Seefahrt gehört einfach zu Wismar. Der berühmte Seeräuber Klaus Störtebeker war nachweislich in der Stadt. Im Hafen liegt ein Nachbau einer alten Kogge aus der Zeit um 1354, wie Störtebeker eine besaß. Die ‚Wissemara’ ist der größte in Europa vorhandene Nachbau einer mittelalterlichen Kogge. 1997 wurde auf der Insel Poel vor der Wismarer Bucht das bislang größte und sehr gut erhaltene Schiffswrack aus der Hansezeit entdeckt. Koggen hatten eine sehr hohe Ladekapazität, die Vorraussetzung für den hanseatischen Handel.

*Das Wassertor mit dem Stufengiebel

 

 

Das Wassertor

Das Wassertor ist das einzig erhaltene von ehemals fünf Stadttoren. Es war in die vier Meter hohe Stadtmauer eingebunden. Während es zur Stadtseite den Stufengiebel aus der Bauzeit um 1450 aufweist, wurde auf der Hafenseite um 1600 ein Dreiecksgiebel gebaut.

 

 

 

Die Grube Wismar, Fachwerkhaus
Die Grube führt vom Hafen direkt in die Stadt.

Die Grube

Schon im Mittelalter wurden künstliche Wasserläufe in Hansestädten angelegt. Auf ihnen wurden die Waren vom und zum Hafen transportiert. In Wismar reichte der Handelsweg über verschiedene Kanäle ins Binnenland bis nach Schwerin. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die ‚Grube‘ mit Steinen ausgelegt. Sie ist der letzte erhaltene Kanal dieser Art in einer norddeutschen Altstadt und diente auch der Trinkwasserversorgung bis zur Errichtung der ‚Wasserkunst‘.

Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im zweiten Teil am kommenden Samstag, wenn Sie mit uns die Wismarer Altstadt besuchen.

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Photos)
Alice Hommrich (*Photos)

Informationen: www.wismar.de, www.wismar-stralsund.de, www.poeler-kogge.de

Tourismuszentrale Wismar, Am Markt 11, 23966 Wismar

Telefon: 03841 / 19 433

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *