Semester für Ältere: Kreativität und Kultur am Großen Garten

An der Leibniz Universität in Hannover können seit 27 Jahren Gasthörer zwei Studienprogramme absolvieren oder einfach an Lehrveranstaltungen teilnehmen. Angesiedelt ist das Gasthörerstudium im Bereich Weiterbildung. Wie Interessierte sich anmelden können, erklärt Diplom-Pädagoge Thomas Bertram:

„Zugangsvoraussetzungen haben wir nicht. Wer an unseren Lehrveranstaltungen teilnehmen möchte, füllt einfach einen Antrag auf Zulassung eines Gasthörendenstudiums aus.“ Darin werden neben der Angabe einiger persönlicher Daten und die Überweisung der Studiengebühr vor allem schon die Veranstaltungen eingetragen, an denen der Gasthörer teilnehmen möchte. Eine Studien- oder Prüfungsordnung gibt es nicht.

Thomas Bertram erklärt das Gasthörerstudium.

Prinzipiell können die Interessierten am gesamten Lehrangebot teilnehmen. Dabei gibt es Veranstaltungen, die speziell für Gasthörende geeignet und in einem Extra-Verzeichnis aufgeführt sind. Hier finden sich insbesondere geisteswissenschaftliche Themen, weil sie bei den Gasthörern am beliebtesten sind. Vertreten sind da die Bereiche Literatur, Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte, Religionswissenschaften und Archäologie. Außerdem finden sich hier Angebote zu Exkursionen und Studienfahrten zu Kunstausstellungen und anderem. Mit Einführungsveranstaltungen können die neuen Studierenden sich zunächst in den einzelnen Fachbereichen informieren.

„Aber es gibt auch ausgewählte Lehrveranstaltungen der Fakultäten, da müssen die Dozenten mit der Teilnahme von Gasthörern auch einverstanden sein“, erklärt Thomas Bertram. „Das ist notwendig, damit die regulär Studierenden nicht ins Hintertreffen geraten.“

Beim allgemeinen Gasthörendenstudium gibt es also kein Zertifikat. Aber die Uni Hannover bietet auch spezielle Studienprogramme mit Zertifizierung an. Das ist das Studienprogramm Kulturwissenschaften und das Studienzertifikat ‚Ästhetische Bildung und Gestaltung’. „Für diese Studiengänge bieten wir eine persönliche Beratung und Anmeldung an“, sagt Bertram. Beide Studiengänge sind leistungsbezogen. Fünf Semester dauert das Programm Kulturwissenschaften, während die ‚Ästhetische Bildung und Gestaltung’ auf zwei Semester ausgelegt ist und der kreativen Entwicklung dient. In diesem Studiengang stellen die Gasthörer sogar die Mehrheit von zwei Dritteln. „Hier haben wir eine sehr schöne intergenerationelle Zusammenarbeit“, freut sich Thomas Bertram. „Zum Beispiel organisieren die Studierenden gemeinsame Ausstellungen.“

Ein beeindruckender Bau: das Hauptgebäude der Uni Hannover, das Welfenschloss

Besonders begeistert sind die Gasthörer in Hannover auch vom ‚Campus Cultur’. Das ist ein Verein zur Förderung der Kultur an der Philosophischen Fakultät. Den ‚Campus Cultur‘ gibt es seit 2002. Der Verein setzt sich dafür ein, den Stellenwert der Geistes- und Sozialwissenschaften, die die Philosophische Fakultät umfasst, besonders zu fördern und zu erhalten.

Die Studiengebühren für Gasthörer an der Leibnitz Universität Hannover betragen 120 Euro pro Semester. Als besonderen Bonus erhalten sie die UniGastCard+. Die dient nicht nur als Studentenausweis, sondern bietet auch noch Vergünstigungen bei den Kulturpartnern der Uni in Hannover und Umgebung. Auch die Umgebung der Universität, ihre Lage an einem Ausläufer der Herrenhäuser Gärten, macht sie besonders attraktiv.

Und am 16. August stellen wir noch ein ganz besonderes Angebot der Leibniz Universität vor. Schauen Sie herein!

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Photo Thomas Bertram)
Leibniz Universität (Photos Leibniz Universität)
Illustration ‚Einstein‘: © s.gatterwe – Fotolia

Informationen: www.zew.uni-hannover.de

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