Mit Goethe über Bonns Dächern

Goethe war ebenso sehr Naturforscher wie Dichter. Grund genug für die Macher der Ausstellung Goethe. Verwandlung der Welt die grüne Welt des Dichters auf das Dach der Bundeskunsthalle in Bonn zu zaubern. Nicht nur eine schöne Ergänzung zur Schau, sondern auch ein entspannender Spaziergang!

Ansicht des Dachgartens der Bundeskunsthalle, Foto: Sibylle Pietrek
© Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Bis 15. September 2019 ist die grüne Welt à la Goethe auf der Bundeskunsthalle in Bonn für die Besucher ein Magnet. Der Dach-Park spiegelt das lebenslange Interesse des Dichters für Gärten, Natur und Botanik. Die gärtnerische Anlage begleitet die große Ausstellung Goethe. Verwandlung der Welt, die seit dem 17. Mai zu sehen ist und von der Bundeskunsthalle und der Klassik Stiftung Weimar entwickelt wurde.

Blick in Goethes Garten beim Gartenhaus in Weimar, Foto: Frank Buchholz
© Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Die eigens für Bonn geplante Dachgarten-Landschaft vereint die zentralen Motive aus den beiden Gärten des Weimarer Dichters: den Garten am Stern mit seinem berühmten Gartenhaus, das ihm zunächst auch als Wohnsitz diente, und den Hausgarten am Weimarer Frauenplan, seinem repräsentativen Anwesen im Zentrum der Stadt.

Ausstellungsansicht, Foto: Benjamin Doum, 2019
© Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Als Goethe im Frühjahr 1776 sein erstes Weimarer Anwesen unweit der Ilm bezog, galt sein besonderes Interesse dem weitläufigen Garten, dessen Neugestaltung er sogleich in Angriff nahm. Goethe legte nicht nur einen Nutzgarten für die häusliche Versorgung mit Obst und Gemüse an, sondern schuf auch einen kleinen Landschaftsgarten im englischen Stil mit gewundenen Wegen und schattigen Ruheplätzen. Überdies diente der Garten als Beobachtungsfeld für botanische Studien, deren Ergebnisse sich in seinen wissenschaftlichen Schriften wie der Metamorphosen- und der Farbenlehre widerspiegeln.

Ausstellungsansicht, Foto: Benjamin Doum, 2019 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Nach seiner Rückkehr aus Italien zog Goethe in das repräsentative Haus am Weimarer Frauenplan um und widmete sich auch dem dortigen Garten mit besonderer Aufmerksamkeit. Wie schon im Garten an der Ilm nutzte er das Areal sowohl als Küchengarten wie auch als botanisches Experimentierfeld. In einem Pavillon an der Südseite des Gartens richtete er seine geowissenschaftliche Sammlung ein, die Mineralien, Gesteine sowie Fossilien aus aller Welt umfasste.

Ausstellungsansicht, Foto: Benjamin Doum, 2019 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Wie die beiden Weimarer Gärten führt der Garten auf dem Dach der Bundeskunsthalle ästhetische, wissenschaftliche und ökonomische Aspekte zusammen. Das Erscheinungsbild des Gartens auf dem Dach der Bundeskunsthalle verändert sich während der parallel von Mai bis September laufenden Ausstellung immer wieder; so bleibt auch ein mehrmaliger Besuch immer spannend.

Text: Bundeskunsthalle / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Informationen: www.bundeskunsthalle.de

Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 – 21 Uhr, donnerstags bis sonntags und feiertags 10 – 19 Uhr

Eintritt: 8,50 €

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