Eule, Möwe,
Highland, Konik

Wenn das frische Grün sprießt und die Obstbäume blühen, ist die beste Jahreszeit, um einmal rund um die Geltinger Birk zu wandern. Dies ist eine flache Landzunge im Land Angeln, einem Teil von Schleswig-Holstein. Die Birk ist eine Art Halbinsel, die in die Ostsee hineinragt. Nordwestlich schneidet der Fjord der Flensburger Bucht sich ins nördlichste Bundesland.

Ostsee, Geltinger Bucht © repor-tal
Die Geltinger Bucht

Ein Küstenstreifen steht unter Naturschutz. Zu jeder Jahreszeit sind hier viele Watt- und Seevögel zuhause. Rund 150 Vogelarten wurden hier schon beobachtet. Die Hälfte von ihnen brütet hier auch. Deshalb darf man als Wanderer im gesamten Naturschutzgebiet die Wege nicht verlassen. Seeschwalben, Brandenten, Austernfischer, Graugänse, Rohrweihen, Säbelschnäbler und Regenpfeifer gehören zum Standardprogramm.

Pommerby © repor-tal
Malerische Gehöfte liegen rund um und in der Birk.

Die Geltinger Birk wird umschlossen von kleine Ortschaften. Hauptort ist Gelting; die kleineren heißen Wackerballig, Goldhöftberg, Beveroe, Falshöft, Gammeldamm und Pommerby. Mittendrin liegt Nieby. Das eigentliche Naturschutzgebiet ist aber kleiner. Es wird von den Ortschaften Goldhöft, Nieby und Falshöft begrenzt. Ein Rundgang um das gesamte Gebiet ist etwa 20 Kilometer lang; der Weg um das Naturschutzgebiet beträgt etwa zehn Kilometer.

Ostsee, Flensburger Förde © repor-tal
Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis Dänemark.

An der Geltinger Bucht, ein Teil der Flensburger Förde, spaziert man im Naturschutzgebiet an der Windmühle ‚Charlotte‘ vorbei. Kurz dahinter streift man ein kleines Eichenwäldchen, das von den Einheimischen den passenden Namen ‚Gespensterwald‘ bekommen hat.

Die äußerste Spitze der Geltinger Bucht im Norden ist der sogenannte ‚Geltinger Nack‘. Bei klarem Wetter kann man nicht nur über die Geltinger Bucht, sondern über die ganze Flensburger Förde und die Ostsee sehen, sogar bis zu den dänischen Inseln Als und Ærø.

Weiter geht es am Ostseestrand bis zum malerischen Dorf Falshöft und seinem Leuchtturm, der heute ein Ort für Hochzeitszeremonien ist. In Falshöft findet sich auch die ‚Integrierte Station Geltinger Birk‘, eine Einrichtung des Landes Schleswig-Holstein, die sowohl dem unmittelbaren Naturschutz dient als auch der Vermittlung von Informationen darüber. Hier starten fast täglich Exkursionen mit fachlicher Begleitung. Besonders lehrreich und spannend ist eine Vogeltour mit dem NABU-Naturschutzwart.

Wer sich auf eigene Faust durch das Naturschutzgebiet bewegen will, hält sich an vier markierte Wanderwege. Auch ein Reitweg führt durch das Gebiet. Der Wanderweg ‚Möwe‘ hat eine Länge von 13.3 Kilometern und umfasst das gesamt Naturschutzgebiet. Die Wege sind überwiegend unbefestigt. Wenn man mit dem Fahrrad eine Runde machen möchte, kommt nur der Weg ‚Möwe‘ in Frage. Die kleinste Runde bietet der Wanderweg ‚Eule‘ mit nur drei Kilometern. Auf ihm erlebt man die Birk einmal ganz ohne Ostsee. Die vielleicht spannendsten Wege sind ‚Highland‘ und ‚Konik‘.

Highlands © repor-tal
Wirken gefährlich, sind aber eher gutmütig: die Highlands.

Überall im Land Angeln sieht man die ‚Highlands‘, eine schottische Hochlandrind-Rasse. Das raue Klima ihrer Heimat prädestiniert sie auch für die ganzjährige Freilandhaltung im Norden Deutschlands. Trotz ihres kämpferischen Aussehens mit den langen Hörnern gelten die Rinder als gutmütig. So braucht man keinesfalls in Panik zu geraten, wenn man auf dem Weg ‚Highland‘ einem Vertreter dieser Rasse gegenübersteht. Denn der Wanderweg ist mit Klapptoren versehen, die es dem Wanderer erlauben, mitten durch den Lebensraum der Tiere zu spazieren.

Koniks © repor-tal
Mit etwas Glück begegnet man die Koniks.

Aber nicht nur den ‚Highlands‘ kann man in diesem Gebiet begegnen: Wenn man Glück hat und nicht allzu laut daherkommt, kann man tatsächlich ganz in die Nähe der Koniks kommen. Diese Wildpferde sind wahrscheinlich Nachfahren des europäischen Tarpans, das ausgestorben ist. Die Koniks stammen ursprünglich aus Ostpolen und Litauen. Konik ist polnisch und heißt ‚kleines Pferdchen‘. Sie sind robust, aber klein, ihre Schulterhöhe beträgt etwa 1,35 Meter. Seit 2002 wurden die Wildpferde auf der Birk angesiedelt. Mehr als 60 Pferde leben inzwischen hier.

Rinder und Pferde dienen auch dem Naturschutz. Durch die ganzjährige Beweidung von Land und Seegraswiesen wird die ursprüngliche Weidelandschaft dieser Region erhalten.

Text: Ruth Hoffmann

Photos: © repor-tal

Informationen: www.geltinger-birk.de, www.nabu-geltinger-birk.de

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *