Schau den Lucas!

Lucas Cranach d.Ä., Selbstbildnis, 1531, Malerei auf Buchenholz, 45,2 × 35,5 cm, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer – Schloss Stolzenfels, © GDKE

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf hat eine außergewöhnliche Ausstellung eröffnet: Cranach. Meister – Marke – Moderne. Denn dies ist nicht nur eine Werkschau des Malers aus der Zeit der Reformation. Beleuchtet wird auch die Wirkung seiner Bilder auf moderne Künstler.

Dei Veranstalter von Cranach. Meister – Marke – Moderne sind sich sicher: diese Schau wird ein Publikumsmagnet! Damit könnten sie durchaus recht haben, denn diese Ausstellung ist wirklich ein Knüller. Nicht nur die bedeutendsten Werke von Lucas Cranach dem Älteren ( 1472-1553) sind zu bewundern, darunter viele Bilder aus Privatsammlungen, die noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren, sondern auch Werke von Zeitgenossen bis hin zur Gegenwart. Sie reichen von Hans Cranach, dem ältesten früh verstobenen Sohn von Lucas Cranach d.Ä., über seinen jüngeren Bruder Lucas Cranach d.J., Albrecht Dürer, Hans Holbein d.J., bis zu den modernen Otto Dix, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Andy Warhol und John Baldessari.

Lucas Cranach d.Ä., Bildnis der Prinzessin Sibylle von Cleve, um 1526, Malerei auf Holz, 53×5 x 38,1 cm, Privatsammlung/ © Christie’s

Rund 200 Exponate vom Gemälde, über Zeichnungen, Graphik und Photographie sind zu sehen. Rund hundert Leihgeber aus 15 Ländern, ob Europa, Russland, USA oder Mexiko, haben ihre Schätze an den Rhein geschickt, darunter die National Gallery London und das Metropolitan Museum of Art in New York.

Lucas Cranach d.Ä. war ein Ausnahmetalent seiner Zeit, gab nicht nur der Malerei der Renaissance neue Impulse, sondern war auch überaus produktiv mit seiner Mal-Werkstatt. Rund 5.000 Gemälde sollen während seiner Schaffensperiode dort entstanden sein. Davon sind heute noch 1.500 erhalten bzw. bekannt. Eine genaue Auflistung hat das Cranach Digital Archive, das jedermann online zugänglich ist, in jahrelanger Detailarbeit erstellt.

Ein Themenschwerpunkt der Ausstellung ist Cranach und die Reformation. Werk kennt nicht wenigstens eins seiner Portraits von Martin Luther, seine Werke prägten das Bild des Reformators. Als Luther für vogelfrei erklärt und kurz darauf die Nachricht seines Todes verbreitet wurde, malte Cranach den Junker Jörg: Luther lebt! Cranach holte den Reformator sozusagen ins Leben zurück. Und in der Cranach-Werkstatt wurde auch das Gedankengut Luthers gedruckt. Wo sonst die vielen Druckgraphiken gefertigt wurden, kamen jetzt Bibelübersetzungen und Thesen aufs Papier. Ohne den Maler wäre die Reformation vermutlich nicht so erfolgreich gewesen.
Ein Grund mehr für die Stiftung Museum Kunstpalast die Cranach-Ausstellung ins Luther-Jahr zu legen.

 

Zur Schau haben sich die Veranstalter auch viele originelle Aktionen einfallen lassen. Eine Auswahl:

  • Anwohner einer Cranach-Straße, -Weges oder -Platzes bekommen im Monat Mai zwei Karten zum Preis von einer.
  • Auf Instagram #bARTcranach können Männer -Aber auch Frauen – ihre Bärte präsentieren und für die originellsten Photos Likes gewinnen.
  • Werdende und fertige Meister (egal welcher Zunft) erhalten jeden Donnerstag und Samstag für zwei Karten nur die Hälfte. (Nachweis nicht vergessen!)
  • Ab Juni können auf Instagram #ungleichespaarcranach Photos ungleiche Paare, ob Socken, menschen oder Katz‘ und Maus gepostet werden.

Das Begleitprogramm ist umfangreich, natürlich umfasst es auch Führungen, Vorträge, Konzerte und Gespräche.

Übrigens: Noch heute ist es bei den Nachfahren der Cranachs üblich, dass der älteste Sohn den Namen Lucas erhält. Auch im Rheinland gibt es einen Lucas Cranach.

Zu sehen ist die Schau bis zum 30. Juli 2017.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von projekt2508

Informationen: www.cranach2017.de, www.smkp.de

Adresse: Stiftung Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf

Telefon: 0211 / 566 42 100

Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs, freitags, sonntags und feiertags 11 bis 18 Uhr, donnerstags und samstags 11 bis 21 Uhr
Am 08.06., 09.06., 10.06., 15.06., 16.06. und 17.06 ist die Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet

Eintritt: dienstags bis freitags 12 Euro, samstags, sonntags und feiertags 14 Euro

Audioguide: kostenfrei!

Katalog:
Gunnar Heydenreich, Daniel Görres, Beat Wismer: Lucas Cranach der Ältere. Meister Marke Moderne
Hirmer Verlag, 400 Seiten, zahlreiche Abbildungen
49,90 Euro
ISBN 978-3-7774-2744-7

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