In der Mitte
liegt Vitte

Die gesamte Insel Hiddensee ist ein Teil des EU-Vogelschutzgebietes. Deshalb darf man auch zu Fuß nicht überall herumspazieren. Die Wege sind einzuhalten und die Naturschutzhinweise unbedingt zu beachten. Steine sammeln ist hier zum Beispiel nicht erlaubt. Während der Nordteil bei Kloster eher hügelig ist, ist der Südteil, Geller Haken genannt, schön flach. Und einfach wunderbar: Hiddensee ist autofrei!

Hiddensee, Vitte
Auf Hiddensee leben die Menschen mit und in der Natur.

Ihren Namen findet die Insel schon in der nordischen Mythensammlung ‚Edda’. Als ‚Hedinsey’ taucht sie schon darin schon im 13. Jahrhundert auf. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich in den drei Hafenorten, Neuendorf im Süden, Vitte in der Mitte und Kloster im Norden. Hiddensee ist ein einziges Naturparadies: die Heidelandschaft zwischen Neuendorf und Vitte oder die ‚Buckel’ im Norden. Der höchste Punkt ist der Bakenberg mit über 72 Metern über NN.

Das Leuchtfeuer bei Kloster

Kloster

Wer noch höher hinaus möchte kann den Leuchtturm Dornbusch erklimmen, gleich hinter Kloster. Seit 1888 leuchtet er den Seefahrern heim. Seit 1994 ist er für Besucher geöffnet. Bei klarem Wetter soll von hier aus auch schon Dänemark gesichtet worden sein. 102 Stufen führen hinauf. Damit es dort oben nicht zu eng wird, können jedoch nur 15 Besucher gleichzeitig den Turm besteigen. Ab Windstärke 6 (etwa 40 bis 50 Stundenkilometer) ist der Aufstieg aber nicht mehr erlaubt.

Im Heimatmuseum kann man den Hiddenseer Goldschatz* bewundern. Allerdings handelt es sich hier um eine Nachbildung. Das Original ist im Kulturhistorischen Museum Stralsund.

Hiddensee, Hauptmann-Haus, Die Seerose
Versteckt hinter Grün: das Hauptmann-Haus

Auch der Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1862 – 1946) schätze Hiddensee sehr. 1930 verlegte er sein Domizil hierher, kaufte das Haus Seedorn und lebte jedes Jahr bis 1943 im Sommer dort. Das Haus ist so erhalten, wie Hauptmann sich dort eingerichtet hat. Ausstellungen informieren über Leben und Werk des sozialkritischen Dichters.
Auf dem kleinen Friedhof bei der Inselkirche liegt Hauptmann begraben.

Hiddensee, Kloster, Inselkirche
Barock wirkt das Kirchlein von Kloster.

Das Kirchlein beruht auf einem ehemaligen Zisterzienser-Kloster. Ihm verdankt das Örtchen seinen Namen. Schon 1332 wurde die als Pfarrkirche eingeweiht. Im 30-jährigen Krieg wurde das Kloster aber fast vollständig zerstört. Um 1780 wurde die Kirche neu ausgestattet. Unter anderem gehörten der barocke Kanzelaltar, der Taufständer und der Taufengel zum neuen Bild.

Hier erfährt der Gast alles über die Vorpommersche Boddenlandschaft.

Vitte

Das Nationalparkhaus, nördlich von Vitte gelegen, bietet eine Übersicht über den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Schwerpunkt der Ausstellung ist Hiddensee. 1998 wurde das Haus eröffnet. Der Leitspruch ist ‚panta rhei‘ (alles fließt) nach dem griechischen Philosophen Heraklit.

Hiddensee, Das Karusel
Das Heim des Stummfilm-Stars Asta Nielsen

Augenfällig in Vitte sind auch das ‚Karusel’ (so geschrieben, weil dänisch) und die ‚Blaue Scheune’. Das ‚Karusel’ war das Wohnhaus des dänischen Stummfilm-Stars Asta Nielsen (1881 – 1972). Sie gab dem Haus diesen Namen, wegen seiner runden Form. Der Grundriss ist quadratisch. Durch zwei sich gegenüberliegende stark abgerundete Ecken entsteht aber der Anschein eines runden Baus.

Kann sich nicht verstecken, sondern leuchtet immer hervor: die Blaue Scheune.

Die ‚Blaue Scheune‘ ist ein niederdeutsches Hallenhaus, erbaut am Anfang des 19. Jahrhunderts. Es war aber nicht nur die Scheune, sondern auch Wohnhaus und Backstube des Vitter Bäckers. 1920 kaufte die Malerin Henni Lehmann das Haus. Sie gab ihm den blauen Anstrich, der bis heute charakteristisch für das Haus ist und dem es seinen Namen verdankt.

Die Reetdach-Häuser von Neuendorf sind einfach in der Landschaft verstreut.

Neuendorf

‚De Süder’ werden die Neuendorfer von den andren Inselbewohnern genannt. Das gesamt Dorf steht unter Denkmalschutz. Sein ursprünglicher Charakter hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Weiße Reetdachhäuser stehen frei in der Landschaft und ducken sich in den grünen Wiesen ringsum. Zäune sind hier ein Fremdwort. Wer Ruhe sucht, ist hier richtig. Neuendorf soll der stillste Ort auf Hiddensee sein.

Text: Ruth Hoffmann

Photos: © repor-tal

* Am 13. November 1872 wütete eine große Sturmflut an der ganzen deutschen Ostseeküste. Am nächsten Tag ging eine Fischersfrau aus Neuendorf an den Strand. Auf einer größtenteils weggespülten Düne fand sie ein blinkendes Metall. Sie nahm es mit nach Hause. Wochenlang lag es dann aber unbeachtet herum, bis ihr Sohn bei einem Besuch in Stralsund erfuhr, dass es sich um Gold handelte. Er verkaufte es für den Metallwert an einen Goldschmied.

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