Mit Jesus durch Wuppertal

Angefangen hat alles Anfang der 1980er Jahre. Die starke Gemeinde süditalienischer Einwanderer entschloss sich, eine heimatliche Tradition auch in der neuen Heimat fortzusetzen. Seitdem haben sich von Jahr zu Jahr immer mehr Zuschauer eingefunden, die den Leidensweg des Herrn vom Garten Gethsemane bis auf den Hügel Golgatha begleiten.

Den Auftakt bildet das ‚letzte Abendmahl‘, das am Gründonnerstag in der Kirche gefeiert wird. Hier ist die italienische Gemeinde meist noch unter sich. Am Karfreitag im Deweerthschen Garten, einem kleinen Stadtpark, finden sich dann neben den Gläubigen immer mehr Schaulustige ein.

Dort verrät der Jünger Judas seinen Meister mit seinem Kuss. Römische Legionäre in liebevoll bis ins Detail angefertigten Rüstungen mit roten Helmbüschen führen Jesus zu Pontius Pilatus, der standesgemäß vor dem Portal der Laurentiuskirche thront. Die neoromanische Westfassade der katholischen Hauptkirche bildet die passende Kulisse für den römischen Statthalter.

Kreuzweg durch die Einkaufszone

Insgesamt rund drei Kilometer zieht die Prozession durch die Innenstadt von Wuppertal-Elberfeld. Zu den weiteren Episoden des Kreuzweges gehört die Begegnung mit den Frauen, die auf dem Marktplatz an einem Brunnen im italienischen Stil inszeniert wird. Als Hügel Golgatha dient die Hardt, ein Park auf einem steilen Hügel über der Stadt.

Rund fünf- bis siebentausend Zuschauer kommen inzwischen jedes Jahr, um das Spektakel zu bestaunen. Dabei hat es die Missione Cattolica Italiana als Trägerin durchaus nicht auf den Schaueffekt abgesehen. Die Aktiven verstehen das Passionsspiel als religiöse Übung, als Ausdruck ihres Glaubens: „Wir spielen kein Theater!“

repor-tal (Text & Photos)

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