Sonne aus der Pille? Lieber nicht

Der Vitamine-Hype ist zwar weitgehend vorbei, aber die Werbung setzt immer noch darauf, dass wir von Natur aus zu wenig davon kriegen. Unter anderem wird uns suggeriert, dass wir in der dunklen Jahreszeit zusätzlich Vitamin D bräuchten. Die Verbraucherzentrale hält dagegen.

80 bis 90 % des Vitamin D-Bedarfs produziert der Körper selbst, indem Sonne auf die Haut strahlt. In sonnenreichen Monaten ist es empfehlenswert, Gesicht, Hände und Arme täglich für 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen. So können sich die Vitamin D-Speicher in der Leber und im Fett- und Muskelgewebe auffüllen. Diese Reserven helfen in der dunklen Jahreszeit, unseren Körper mit dem Sonnenvitamin zu versorgen, wenn die eigene Vitamin D-Produktion in der Haut nicht ausreichend ist.

Die Aufnahme von Vitamin D über die Ernährung macht nur 10 bis 20 % des täglichen Bedarfs aus. Da es sich bei Vitamin D um ein fettlösliches Vitamin handelt, kommt es vor allem in fettreichen Lebensmitteln vor. Fettreicher Fisch, Eigelb und Käse enthalten nennenswerte Mengen des Vitamins. Lebensmittel mit Vitamin D anzureichern, ist in Deutschland verboten, um eine Überdosierung zu verhindern. Nur im Ausnahmefall ist es erlaubt, z. B. bei Speiseölen, Streichfetten, Frühstückscerealien und Kinderquark. Nur über die Ernährung ist der Bedarf an Vitamin D jedoch nicht zu decken, dafür benötigt man die Eigensynthese über die Haut.

Risikogruppen für einen Vitamin D-Mangel sind Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten, die ausschließlich mit Körperbedeckung nach draußen gehen, Menschen mit dunklem Hauttyp oder mit chronischen Erkrankungen der Leber, der Nieren oder des Magen-Darm-Traktes. Ein Vitamin D-Mangel kann durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

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Erst wenn der Arzt einen Mangel an Vitamin D feststellt, ist es ratsam ein entsprechendes Nahrungsergänzungsmittel oder Medikament einzunehmen. Präventiv zu solchen Mitteln zu greifen, ist nicht empfehlenswert. Viele Vitamin D-haltige Nahrungsergänzungsmittel sind hochdosiert und können eine Überdosierung an Vitamin D verursachen, die im schlimmsten Fall zu einer Nierenschädigung führen kann.

Deshalb rät Dr. Britta Schautz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin: „Verbraucherinnen und Verbraucher, die einen Mangel vermuten, sollten sich an einen Arzt wenden. Präventiv Vitamin D-haltige Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren, kann der Gesundheit auch schaden statt nützen. Vor allem hochdosierte Produkte mit über 20 Mikrogramm sollten nicht ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden, da sie zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen können.“

Text: Verbraucherzentrale Hamburg / repor-tal

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