Romantik von Beethoven bis Grieg

Henning Kraggerud kommt aus Norwegen. Das muskalische Multitalent genießt international einen hervorragenden Ruf als Bratscher und Geiger, ist ein versierter Arrangeur, begeisterter Improvisator und einfallsreicher Komponist, der sich beispielsweise die Kadenzen seiner Solokonzert-Aufführungen selbst schreibt. In Neuss kann ihn das Publikum am 18. November erleben.

Henning Kraggerud, Foto Kaupo Kikkas

Am Sonntag, den 18. November, wird Henning Kraggerud am Pult der Deutschen Kammerakademie die meisten Facetten seiner Vielseitigkeit in die Tat umsetzen. Den Auftakt bildet der ‚Arrangeur‘ mit seiner eigenen Streichorchestereinrichtung des Quartetto serioso f-moll op. 95 von Ludwig van Beethoven – eines der ‚Schwellenwerke‘ zwischen der ‚mittleren‘ und der ’späten‘ Schaffensperiode. Die kompakten Dimensionen wirken wie die dramatische Antwort auf den Spielgeist der achten Symphonie.

Nach diesem Auftakt erzählt der Solist musikalisch von seiner phantasieanregenden Heimat – dem Land der Fjorde, der Gletscher, des endlosen Fjäll und der ewigen Wälder, in denen es nie weit bis zur Halle des Bergkönigs ist. Das erste Bild zeichnet Johan Severin Svendsen (1840-1911) mit seiner Violinromanze G-dur aus dem Jahr 1881, einem der klangschönsten und meistgespielten Stücke des ehemaligen Leipziger Konservatoriumsschülers und gefeierten Geigers. 

Hierzulande weniger bekannt ist Carl Gustav Sparre Olsen (1903-1984). Auch er war Komponist und Geiger und wusste nicht nur mit seinem Instrument, sondern mit den Streichern insgesamt vorzüglich umzugehen. Da er sich für die norwegische Volksmusik interessierte, bewegen sich viele seiner Schöpfungen in dem Zauberreich zwischen Originalwerk und Bearbeitung: So auch die Seks gamle bygdevisur frå Lom (Sechs alte Lieder aus der Gemeinde Lom) für Violine und Orchester – eine Hommage an den im Entstehungsjahr der Musik (1929) verstorbenen Dichter Olav Aukrust, der selbst in Lom gelebt und mit seinem Himmelvarden (Wegweiser zum Himmel) den Zyklus inspiriert hatte.

Deutsche Kammerakademie Neuss mit Isabelle van Keulen (2018), Foto Daniel Ziegert

Am Ende der Soirée mit Henning Kraggerud und der Deutschen Kammerakademie Neuss steht ein Werk des norwegischen Komponisten Edvard Grieg: sein elegisch-expressives Streichquartett g-moll op. 27, in dem er 1878 versuchte, seine Ehekrise zu bewältigen und zugleich eine komplizierte musikalische Aufgabe zu lösen – die Verbindung folkloristischer Elemente mit den Mitteln und Methoden der klassischen Tradition. Das Resultat erfüllte alles, was sich sein Verfasser davon versprochen hatte, und wurde nach seiner Kölner Uraufführung am 29. Oktober 1878 – vor fast genau 140 Jahren – ein Welterfolg. Die Deutsche Kammerakademie spielt es in einer Streichorchester-Bearbeitung des australischen Geigers und Komponisten Richard Tognetti. 

Henning Kraggerud spielt auf einer Violine von Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1744.

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Weitere Informationen: www.deutsche-kammerakademie.de

Ort: Zeughaus Neuss, Markt 42 – 44, 41460 Neuss

Konzertbeginn 18 Uhr, Einführung um 17.15 Uhr

Karten-Hotline: 02131 / 52 69 99 99

Eintritt: ab 22,60 Euro

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