Fit mit 50
Claudias Sport-Tipp:
Rechtzeitig Skigymnastik!

Skifahren macht nicht nur Bayern, Sachsen, Thüringern und Baden-Württembergern Spaß. Auch viele Flachlandtiroler haben den Sport für sich seit Jahren entdeckt und fahren in den Wintersport. Doch unvorbereitet kann das leicht zum Streik des Körpers führen. Deshalb empfiehlt unsere Sportexpertin Claudia Bader, rechtzeitig mit dem Training anzufangen.

Claudia Bader

„Natürlich ist es sinnvoll, sich das ganze Jahr über auf einem Fitnesslevel  zu halten“, sagt die Diplom-Sportlehrerin. „Wenn man aber kaum Sport treibt – aus welchen Gründen auch immer – sollte man sich mindestens zehn Wochen, besser sogar drei bis vier Monate lang mit Skigymnastik vorbereiten.“ Also, für diejenigen, die über Weihnachtstage in den Skiurlaub möchten, ist es allerhöchste Eisenbahn, mit der Gymnastik zu beginnen.

Aber welches Fitness-Level sollte ich für die Gymnastik mitbringen? Die erleichternde Antwort: „Die wenigsten sind fit, wenn sie mit der Vorbereitung beginnen. Das ist auch nicht Voraussetzung“, beruhigt die Expertin. „Manche machen das ganze Jahr aber kaum oder gar keinen Sport; gerade dann ist es wichtig, den Körper auf die kommenden Belastungen des Skifahrens vorzubereiten.“

Schwünge, Sprünge, Spiele mit dem Gleichgewicht

Was ist Skigymnastik aber überhaupt? Vom ‚Wedeln’ haben wir alle schon gehört, aber wedeln wir auch bei der Gymnastik? Die Sport-Expertin erklärt es: „Am Anfang steht das Aufwärmen durch Einlaufen mit Varianten und Mobilisations- und Dehnübungen. Weiter geht es dann mit Muskelkräftigung und Ausdauertraining und dazu auch Übungen zur Verbesserung der Geschicklichkeit, der Sturzprophylaxe und des Reaktionsvermögens.“ Schließlich sei es auch wichtig, bei einer Gefahr auf der Piste schnell reagieren zu können. „Im Mittelpunkt aber stehen skispezifische Übungen, bei denen bekannte Bewegungen und Haltungen imitiert werden, wie zum Beispiel Abfahrtshocke, Wedelhüpfen, Langlaufschritt, Sprung und anderes.“ Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Beinmuskulatur und den anliegenden Muskelgruppen, wie Hüft- und Gesäßmuskulatur, aber auch der haltungsstabilisierenden Muskulatur des Rückens. „Die Schultern und Arme spielen eine untergeordnete Rolle“, erklärt Claudia Bader weiter, „sie sollten aber auch vorbereitet werden.“

Skigymnastik macht offenbar auch gute Laune

Skigymnastik ist außerdem nicht nur gut für Skifahrer. Auch wer lieber in die Sommerfrische fährt, kann sich mit Skigymnastik ausgezeichnet fit halten, um zum Beispiel lange Wanderungen oder Radtouren zu meistern. „Das Ziel der Skigymnastik ist es, die Muskeln und Gelenke auf die ungewohnte Belastung vorzubereiten. Allgemeine Ausdauerfähigkeit, Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit, Dehnfähigkeit und Koordination können durch gezielte Skigymnastik verbessert werden. Diese Ziele sind auch für Nicht-Skifahrer sinnvoll“, sagt Claudia Bader.

Allerdings sollte man ab einem gewissen Alter und nach langer Aktivitätspause mit seinem Hausarzt sprechen. „Vor Aufnahme der sportlichen Aktivität sollten sich über 60-Jährige auf jeden Fall ihren Arzt aufsuchen und sich untersuchen und beraten lassen“, empfiehlt die Diplom-Sportlehrerin. „Aber auch schon unter 60 ist eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung insbesondere für Einsteiger anzuraten.“

Skigymnastik ist auch ein gutes Universaltraining

Das Verletzungsrisiko steigt erheblich, wenn man ohne vorbereitende Skigymnastik auf die Bretter geht. „Die Verletzungsgefahr steigt, die Leistungsfähigkeit sinkt und damit auch die Freude am Skifahren und Skifahren lernen“, warnt Claudia Bader. „Untersuchungen haben gezeigt, dass der dritte Tag der gefährlichste im Skiurlaub ist. Der Grund: Wer sich nicht skigymnastisch auf die Piste vorbereitet, dessen Muskulatur ist am dritten Tag so ermüdet dass er leicht stürzt.“

Also besser auf zur Skigymnastik! Die macht nämlich auch noch viel Spaß hat uns ein Besuch beim Haaner Turnverein 1863 e.V. gezeigt. Die Teilnehmer der Skigymnastik sind das ganze Jahr dabei und organisieren sogar gemeinsame Skireisen. Und Anfänger sind auch hier immer herzlich willkommen.

Claudia Bader ist Diplom-Sportlehrerin und hat die sportliche Leitung des Haaner Turnvereins 1863 e.V. in Haan (Rheinland). Ihr Schwerpunkt liegt im Gesundheitssport.

Ruth Hoffmann (Text)

repor-tal (Photos)

 

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