1949 – erschreckend aktuell

Wird das Jahr 2019 in 50 Jahren die Geschichte eingegangen sein als das Jahr, in dem das Wettrüsten wieder begann? Und als nationalistische Tendenzen in Deutschland wieder mehrheitsfähig wurden? Anlass genug, 50 Jahre zurück zu blicken auf das Jahr 1949, als zwei deutsche Staaten gegründet wurden und der ‚Kalte Krieg‘ mit der Blockade von West-Berlin einen Höhepunkt erreichte.

Parallelen sind augenfällig: Der Autor Christian Bommarius zitiert US-Beobachter von 1949, die feststellten, dass ein demokratisches Bewusstsein in der deutschen Bevölkerung nicht weit verbreitet sei kurz nach dem verheerenden Krieg der Nationalismus wieder auf dem Vormarsch.

Der 1949 gegründete neue Staat Bundesrepublik war – so der Autor – „eine Demokratie, ber die überwältigende Mehrheit seiner Enwohner waren keine Demokraten. Wenn sich 53 Prozent als Antisemiten und damit als Rassisten outen, fast die Hälfte lieber im Wohlstand als in Freiheit und weit mehr als die Hälfte lieber in einem Einheits- als in einem Bundesstaat leben möchte, dann liegt auf der Hand, dass es der Demokratie vielleicht nicht an Einwohnern, aber ganz bestimmt an Bürgern mangelt.“

Das Buch beschreibt die historischen Ereinisse als Chronik. Es beginnt mit dem Monat Juni des Jahres 1948 und endet mit der Amnestie für rund 800.000 Personen, die sich während der Nazi-Diktatur schuldig gemacht hatten. Das ‚Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit‘ wird am 31. Dezember 1949 verkündet. Damit – so Bommarius – „beginnt sich in Deutschland der Schleier des Vergessens zu senken.“

Text: Jan-Peder Lödorfer

Cover mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Informationen: www.droemer.de

Christian Bommarius: 1949. Das lange deutsche Jahr
Droemer-Verlag, 320 Seiten, gebunden
Preis 19,99 Euro
ISBN 978-3-426-27761-4

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sind Sie ein Mensch? *

Diese Seite kann Cookies verwenden, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung