Nahrung aus der Blister-Packung?

Die Werbung suggeriert es uns: Unsere Nahrung enthält nicht alles, was wir brauchen. Wir müssen sie mit allerlei Präparaten ergänzen. Doch brauche wir wirklich Nahrungsergänzungsmittel? Natürlich möchte jeder sich etwas Gutes tun, um lange gesund und möglichst auch noch jung und leistungsstark zu bleiben. Doch helfen da wirklich die kleinen bunten Pillen?‘ Die Verbraucherzentrale Hamburg hat auf die Frage ‚Braucht mein Körper das wirklich?‘ eine ehrliche Antwort.

© psdesign1 – Fotolia
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Nahrungsergänzungsmittel werden von der Werbung oft als unerlässlich dargestellt. Sei es, dass unsere Nahrungsmittel minderwertig sind oder weil besonders viel Vitamin XY vor einer schlimmen Erkrankung schützen soll. Keiner will ernsthaft krank werden, also greift man zum Pillchen. Doch es ist zumindest zweifelhaft, ob man sich immer etwas Gutes damit tut. Bestenfalls helfen die Super-Mittel gar nicht, aber es gibt auch Fälle, in denen eine Überdosierung bestimmter Mittel erst zur ernsthaften Erkrankung führen kann.

„Die Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln stellen die angebliche Natürlichkeit und Unbedenklichkeit ihrer Produkte heraus“, sagt Karin Riemann-Lorenz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Die Fachwelt ist sich jedoch einig, dass die vorbeugende Einnahme hochdosierter Vitamine und Mineralstoffe nicht zu empfehlen ist.“ So kann zum Beispiel durch die langfristige Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln das Nährstoffgleichgewicht des Körpers durcheinander geraten und der Anschein erweckt werden, dass eine gesunde Ernährung nicht mehr nötig sei.

© K.-U. Häßler - Fotolia
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Die ‚Risiken und Nebenwirkungen‘ können größer sein als vermutet. Der Satz „Was der Körper nicht braucht, scheidet er von alleine wieder aus“ ist zwar bei vielen Fans von Nahrungsergänzungsmitteln bliebt, stimmt aber so nicht. Zwar ist es gut, dass „viele unsinnige Werbeaussagen seit Dezember 2012 verboten sind“, so die Verbraucherzentrale. „Aber es besteht weiterhin Unklarheit über die etwa 2.000 Pflanzenstoffe, für die die Anbieter bis zu einer Einschätzung weiter werben dürfen.“

Und so ergibt auch der Marktcheck der Hamburger, dass viele Nahrungsergänzungen überdosiert sind und die tägliche Höchstmengen-Empfehlung überschreiten. Wer es genau wissen möchte, kann sein Produkt (Verpackung und Beipackzettel) bei der Verbraucherzentrale Hamburg einschicken und auf die Sinnhaftigkeit einer Einnahme überprüfen lassen.

Das entsprechende Formular ist in einer Broschüre enthalten, die auch eine Übersicht bietet, mit welchen Lebensmitteln die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe für den Tagesbedarf abgedeckt werden können.

Text: repor-tal

Informationen: www.vzhh.de

Die Broschüre ist für 2,50 Euro bei der Verbraucherzentrale Hamburg erhältlich. Auf der Web-Site steht sie auch als Download zur Verfügung. Als Print-Version kann sie auch zuzüglich 2 Euro Porto telefonisch bestellt werden unter 040 / 248 32-104.

 

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