Geometrie belebt durch Licht

Farbfotografie des „Würfels“, 2016, Ort: Stadtgarten vor dem Clemens Sels Museum Neuss, Foto: Martin Langenberg

Josef Neuhaus (1923 – 1999) ist Vertreter der geometrischen-konkreten Kunst. Als freischaffender Bildhauer arbeitete er im Schwerpunkt in Neuss und Düsseldorf. 20 Jahre nach seinem Tod Präsentiert das Feld-Haus eine Auswahl seiner Skulpturen und Reliefs aus der städtischen Sammlung Kunst aus Neuss. Ein Ort, der in seiner einzigartigen und wie Neuhaus‘ Werke geometrisch reduzierten Kirkeby-Architektur, dem Künstler gerecht wird.

Zwischen 1945–50 studierte Josef Neuhaus an der Kunstakademie Düsseldorf. In dieser Zeit schuf er noch figürliche Plastiken, die sich stark am Menschenbild orientierten. Nach seinem Studium wurden seine Werke immer abstrakter. So schuf er Skulpturen, die sich noch als organisch und figurativ erweisen, aber den menschlichen Körper auf stark abstrahierte Weise präsentieren. 

Josef Neuhaus, o.T., vor 1995, Holz, weiß gefasst
Stadt Neuss – Sammlung Neuhaus, Foto: Sabine Dausend

Noch orientierte sich der junge Bildhauer an Vorbildern wie Henry Moore oder Hans Arp. Doch schnell entwickelte er seine charakteristische Formensprache, zum Beispiel den Würfel (1974) oder die Schleife (1996), beide in Neuss zu sehen. Neben diesen monumentalen Edelstahlskulpturen gestaltete Neuhaus auch kleinere Reliefs und Skulpturen aus Holz.

Farbfotografie der „Schleife“, Juli 1997, Ort: Stresemannallee, Nähe Südbrücke, Foto: unbekannt

Beide Skulpturenarten zeichnen sich durch geometrische Grundformen aus: Quadrat, Rechteck, Dreieck und Kreis. Auch die bildnerischen Elemente wie Raum, Fläche, Volumen und Leere spielen in den präzise gearbeiteten, dreidimensionalen Objekten eine zentrale Rolle. Für die Farbgebung nutzte Neuhaus ausschließlich Weiß, da das Licht besonders auf einer weißen Fläche die gewünschten scharfen Akzente setzen könne. So bestimmen starke Kontraste zwischen heller und dunkler Fläche, hervorgerufen durch das Wechselspiel des Lichts auf den geometrischen Körpern, sein Werk. 

Immer auf der Suche nach der objektiven, absolut idealen und reinen Form schuf Neuhaus Werke, die in ihrer Anmutung ähnlich zeitlos erscheinen wie ägyptische Pyramiden.

Josef Neuhaus, o.T., 1989, Holz, weiß gefasst
Stadt Neuss – Sammlung Neuhaus
Foto: Sabine Dausend

Wechselt der Betrachter seine Position oder ändert sich der Lichteinfall, erscheinen die Skulpturen von Neuhaus immer wieder neu und anders. Aber immer stimmen Geometrie, Proportion und Rhythmus. Die Wahrnehmung von Wirklichkeit wird so für den Betrachter individuell.

Neuhaus‘ Objekte sind Sehgegenstände, die sich inhaltlicher Interpretation und Symbolhaftigkeit entziehen. Mit eigenen Worten des Künstlers:

Porträt Josef Neuhaus, undatiert, Stadt Neuss – Sammlung Neuhaus, Foto: unbekannt

„Ein Kunstwerk erklärt sich selbst.
Warum also Erklärungen?
Was für die Augen bestimmt ist,
kann nicht mit den Ohren
aufgenommen werden.“

Die Ausstellung Die Form wahren. Skulpturen von Josef Neuhaus ist bis zum 24. Oktober im Feld-Haus zu sehen. Der Eintritt ist frei!

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.clemens-sels-museum-neuss.de

Ort: Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik, Berger Weg 5, 41472 Neuss (auf dem Kirkeby-Feld zwischen Museum Insel Hombroich und Raketenstation)

Telefon:  02131 / 90 41 41

Öffnungszeiten: samstags und sonntags 11 – 17 Uhr

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