Zwei Worte:
Kein Wein!

Nach guter französischer Tradition hat man in ganz vornehmen Etablissements eigens spezialisierte Experten, die einem zum Essen den passenden Wein empfehlen: die Sommeliers. Ich bin persönlich noch keinem begegnet; solche Restaurants entsprechen nicht meiner Gehaltsklasse. Aber ich habe mir fest vorgenommen: Wenn ich mal einen treffe, werde ich mir ein Bier empfehlen lassen.

Immer mal wieder kommt irgendeine Werbeagentur im Auftrag irgendeiner der zum Glück noch vielen deutschen Brauereien auf immer dieselbe Idee: den Absatz ihres Pils in der Gastronomie durch eine neu ‚designte‘ Flasche zu fördern, in der Regel zwar mit einem gewöhnlichen Kronkorken, aber mit viel Lametta drumrum.

Es nützt wenig; denn ein gepflegtes Bier in der Gastronomie kommt zunächst mal vom Fass, und das ist auch gut so. Dennoch könnte man dieses Angebot durch ein Sortiment von Bier-Spezialitäten ergänzen. Wie so etwas aussehen kann, lässt sich zum Beispiel in Belgien beobachten. Restaurants wie ‚Het Elfde Gebod‘ in Antwerpen bringen es auf mehr als 50 Sorten.

Während ich im Restaurant das Essen genieße, dass ich im allgemeinen zu Hause nicht zubereite, weil es mir zu kompliziert ist, fühle ich mich aber durchaus in der Lage, eine Flasche Wein zu öffnen. Da genieße ich einen guten Tropfen gerne gemütlich auf der Couch.

Wenn ich aber im Restaurant mein Bier bestelle, habe ich manchmal das Gefühl, ich werde als Banause betrachtet. Ich finde es albern, sich mit zweifelhaftem Wein zu begnügen, wenn man auch erstklassiges Bier haben kann. Höchste Zeit, dass die Gastronomie das erkennt und kultiviert!

Schorsch Bonks

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