Warten statt Karten

Wissen Sie noch wie das war, als man auf Reisen mitten in Europa diverse Währungen in der Brieftasche haben musste: D-Mark, Gulden, französische und belgische Franc, Lira, Peseten, irische Pfund? Die Zeiten sind zum Glück vorbei. Doch in Deutschland sind wir auf dem besten Weg, das alte Chaos durch die Hintertür wieder reinzulassen.

In Skandinavien wird zwar noch mit Kronen gerechnet, aber man kann alles, vom Eis am Stiel bis zur Hotelrechnung, mit einer Karte bezahlen. Sogar bei Aldi kann man schon lange mit allen gängigen Kreditkarten bezahlen, neuerdings auch mit dem Smartphone direkt. Doch in jedem deutschen Einzelhandels-Geschäft, jedem Restaurant und sogar einigen Hotels muss man damit rechnen, dass nur Bares akzeptiert wird.

Dass die Bedienung im Restaurant auf die Bitte, mit einer Karte zahlen zu dürfen, erst mal wieder abzieht und eher später als früher mit dem Karten-Terminal wieder auftaucht, ist in Deutschland normal. Nicht selten muss sich der Gast selbst an die Theke bemühen, weil das Terminal nur am Draht funktioniert – wenn überhaupt.

Denn oft muss braucht es mehrere Versuche: erst Karte auflegen, dann in den Schlitz stecken, schließlich den Magnetstreifen durchziehen, möglicherweise den Pin eingeben, vielleicht aber auch unterschreiben, eventuell auch auf einem Bildschirm, und am Ende nochmal die Karte vorlegen, damit die Unterschrift verglichen werden kann.

Noch komplizierter wird es an der Tankstelle, wenn man den Sprit mit der einen Karte bezahlen, Bargeld mit der anderen abheben will oder muss. Und wenn man etwa die Gelegenheit nutzen will, auch noch eine Paketsendung abzugeben, dann kann es heißen: „Hermes nimmt nur Bares.“

Statt der diversen Devisen von früher muss man in Deutschland ein Kartenspiel und vorsichtshalber reichlich Bargeld in der Tasche haben. Warum muss bei uns so kompliziert sein, was in Nachbarländern problemlos funktioniert?

Schorsch Bonks

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