Kestners Kästen, Kisten und Kommunikation

Radio „Weltempfänger T 1000 CD“, 1968, Design: Dieter Rams, Hersteller: Braun AG

Kommunikation ist das Thema, mit dem sich die Sonderausstellung Beziehungskiste. Über Kommunikation im August Kestner Museum Hannover befasst. Die Schau ist noch bis zum 19. August zu sehen.

Menschen sind soziale Wesen. Sie treten in Beziehung zueinander, tauschen Informationen, Gefühlsbezeugungen und vieles mehr aus. Ziel jeglicher Kommunikation ist die Verständigung mit den Anderen, und zwar nicht nur über klar umrissene und bewusst ‚gemeinte‘ wie ‚verstandene‘ Informationen – und deshalb sind Missverständnisse alltäglich.

Spottmedaille gegen den Papst, Silber, 18. Jahrhundert. Vorderseite: Doppelkopf von Papst und Teufel. ECCLESIA PERVERSA TENET FACIEM DIABOLI.
Die Umschrift drückt die Meinung über den Papst schriftlich aus: „Die verdrehte Kirche trägt das Angesicht des Teufels.“

Die Medien, mit denen die Menschen kommunizieren, sind vielfältig. Sie variieren je nach Anlass und Absicht. Die Ausstellung in Hannover stellt einige dieser Kommunikationsmedien vor, die über Jahrtausende hinweg in den unterschiedlichen Zivilisationen entwickelt wurden: Objekte vom alten Ägypten, aus Griechenland und Rom, dem europäischen Mittelalter, Barock und 19. Jahrhundert bis zur Moderne zeugen von dem Bemühen, in Austausch mit den Mitmenschen zu treten und Botschaften weiter zu geben.

Sprache, Schrift und Bilder waren und sind weit verbreitete Kommunikationsmedien, die die Beherrschung anspruchsvoller Fähigkeiten voraussetzen. Doch auch Behältnisse wie Schatzkisten und Reliquienbehälter etwa dienen zur Anbahnung von Liebesbeziehungen wie Tabatieren und Parfümflakons.

Auch die heute allgegenwärtigen, in vergangenen Jahrhunderten eher seltenen Bilder enthielten komplexe Aussagen. Mythenbilder verbreiteten in populärer Form Hinweise auf richtiges und falsches Verhalten. In allen Zivilisationen versuchen Menschen sich an Götter oder einen Gott zu wenden, durch Worte, Bilder, Zeichen und Rituale wie beispielsweise Rauchopfer.

 

Besucher der Ausstellung sind zur Kommunikation mit den Exponaten eingeladen: Holzkästen mit besonderen Schließmechanismen sind zu ertasten; der Duft von Weihrauch bringt auf sinnliche Weise die Götter nahe. Bitte schreiben lädt zur Erprobung von alten und modernen Schriften und Schreibtechniken ein. Und Bitte hören umfasst Erzählungen zu den Mythen, die ja zumeist mündlich tradiert wurden.

Text: Kestner-Museum / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle der Stadt Hannover, © Museen für Kulturgeschichte Hannover

Informationen: www.Museum-August-Kestner.de

Ort: Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover

Telefon: 0511 7 168-427 30

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr, mittwochs 11 bis 20 Uhr

Eintritt: 5 Euro, freitags frei!

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