Grimms Comics

Leopold Bode, Berglied (nach Friedrich Schiller), 1881, Bleistift und Aquarell, Rahmen Holz, vergoldet, 132 x 234 cm, Frankfurt am Main, Städel

Geschichten in Bildern sind keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Edward von Steinle und sein Schüler und Kollege Leopold Bode arbeiteten schon im 19. Jahrhundert als Partner an Großaufträgen für Erzählungen in Bildern. Das Clemens Sels Museum in Neuss zeigt die Werke der beiden Maler noch bis zum 30. Juni.

Edward von Steinle, Die Loreley, 1863, Bleistift, Aquarell und Deckfarben, weiß und golden gehöht, 54,1 x 38 cm, München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Schack

Edward von Steinle (1810-1886) und Leopold Bode (1831-1906) sind zwar fast in Vergessenheit geraten. Doch ihre Umsetzung von Erzählungen und Märchen in Bilder spricht gerade heute die Betrachter wieder an. 

Gemeinsamer Schwerpunkt von Lehrer und Schüler waren Gemälde und Bilderzyklen zu Dichtungen und Sagen vom Mittelalter bis zur Romantik. Clemens Brentanos Erzählungen standen ebenso im Focus der Künstler wie der Parzival von Wolfram von Eschenbach. Grimms Märchen gehören zum Repertoire der Künstler wie Shakespeares Sommernachtstraum oder Schillers Glocke. So entstanden die reizvollsten Facetten der deutschen Malerei in der Spät-Romantik im 19. Jahrhundert.

Edward von Steinle, Engel, der auf den Thron Gottes weist, Karton zum Fresko im Hochchor des Kölner Doms, um 1843, Bleistift auf Papier, auf Leinwand aufgezogen, H.W.Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main

Edward von Steinle gehörte außerdem zu den führenden nazarenischen Malern seiner Zeit in Nachfolge von Peter Cornelius und Friedrich Overbeck. Von Steinle war nicht nur Schüler dieser Künstler, sondern auch ihr Freund und vertrat deren romantisch religiöse Malerei. Das vertraute Verhältnis zu seinen Lehrern hat er später auf Leopold Bode übertragen. Bode malte auch besonders erfolgreich Portraits und Historienbilder.

Zur Schau Erzählen in Bildern ist auch ein ausführlicher Katalog erschienen in Zusammenarbeit mit der Sammlung Schack und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, wo die Ausstellung zuvor zu sehen war.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Beitragsbild: Leopold Bode, Eine Mutter mit ihrem Kinde (Aus der Chronicka eines fahrenden Schülers), 1865, Öl auf Holz, 82,2 x 52 cm, München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Schack

Informationen: www.clemens-sels-museum-neuss.de

Adresse: Am Obertor, 41460 Neuss

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags 11 bis 18 Uhr

Eintritt: 5 Euro

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