Musikalische Metamorphosen

Isabelle van Keulen © Nikolaj Lund

Die Deutsche Kammerakademie Neuss startet die Saison mit einer Uraufführung von Bernd Franke. Unter Isabelle van Keulen spielt das Ensemble ARKA, drei Rituale für Pipa, Oboe, Streicher, Pauke und Schlagzeug. Umrahmt wird das Debüt vom schwelgerischen Einleitungs-Sextett zu der Oper Capriccio und den Metamorphosen für 23 Solostreicher von Richard Strauss.

Über die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kulturdenkmäler, wie die Opernhäuser in Dresden, Berlin und München, reflektiert Richard Strauss in seinen späten Metamorphosen. Vollendet wurde das Streicherwerk am 12. April 1945, kurz vor der Kapitulation Nazi-Deutschlands. Wenige Jahre zuvor entstand Strauss‘ letzte Oper Capriccio, uraufgeführt am 28. Oktober 1942 an der Staatsoper München.
Dort engagierte sich der Komponist Bernd Franke für die Neue Musik. Seit den 1990er-Jahren ist er ein international geschätzter Komponist, dessen Musik auf Kommunikation und unmittelbare Fasslichkeit setzt. Der DKN widmet er sein neues Werk ARKA mit Soloparts für die chinesische Laute ‚Pipa‘ und die Oboe.

Ya Dong © Ya Dong

„Höchstmögliche Virtuosität steht im Vordergrund, die Pentatonik entfaltet sich farbenprächtig und das rhythmisch-prägnante Gerüst entwickelt gleichsam südliches Temperament“ schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung über Ya Dong*, die Meisterin der chinesischen Pipa.

Begleitet wird die Pipa unter anderem von Christian Wetzel** auf der Oboe.

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.deutsche-kammerakademie.de

Termin: 27. Oktober 2019, 18 Uhr

Ort: Zeughaus Neuss, Markt 42-44, 41460 Neuss

Karten: www.deutsche-kammerakademie.de

*Ya Dong wurde in der chinesischen Millionenstadt Shanghai geboren und ist eine der namhaftesten Pipa-Spielerinnen Chinas. Sie studierte an der Musikhochschule Shanghai (1979-1983) mit Pipa-Meister YE Xuran und wurde wegen ihres außergewöhnlichen Talentes vom ‚Pipa-Papst‘ WEI Zhongle als letzte Schülerin (Guan-Men-Di-Zi) aufgenommen. Noch während des Studiums im Jahr 1982 gewann Ya Dong den allerersten nationalen Wettbewerb für chinesische Instrumente, wobei sie vom zentralen Kulturministerium mit dem Nationalpreis für ‚Pipa-Solo, Solisten auf chinesischen Instrumenten‘ ausgezeichnet wurde. Seit 1987 lebt Ya Dong bereits mit ihrer Familie in Deutschland, von wo aus sie international konzertiert und dem europäischen Publikum ein Fenster zur chinesischen Kultur- bzw. Musikwelt öffnet.

Christian Wetzel © Christian Wetzel

**Christian Wetzel ist Gründungsmitglied des renommierten Ma’alot Bläserquintetts, mit dem er zahlreiche internationale erste Preise gewann, unter anderem beim ARD-Wettbewerb München. Das Ensemble kann auf eine 30jährige Konzertkarriere zurückblicken und hat eine Reihe von preisgekrönten Aufnahmen eingespielt. Nach neun Jahren als Solo-Oboist beim Nationaltheaterorchester Mannheim erhielt er 1997 an der Musikhochschule Leipzig seine erste Professur und kümmert sich seitdem intensiv und erfolgreich um den internationalen oboistischen Nachwuchs. 2008 wurde er an die Musikhochschule Köln berufen. Dazu unterrichtet er auf zahlreichen Meisterkursen in der ganzen Welt und als Gastdozent an so bedeutenden Musikinstituten wie etwa der Royal Academy of Music in London, der Julliard School in New York und der Wiener Musikhochschule. Zahlreiche Einspielungen, Uraufführungen und die enge Zusammenarbeit mit bedeutenden zeitgenössischen Komponisten zeigen außerdem sein Engagement für die ‚Neue Musik‘.

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