Klassik und wie sie Grenzen weitet

Deutsche Kammerakademie Neuss mit Isabelle van Keulen (2018), Foto Daniel Ziegert 

Vierzig Jahre, sechzehn Nationen, ein Ensemble: Die Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein! Unter Leitung von Isabelle van Keulen spielt die DKN am 7. Oktober 2018 Werke von Wolfgang A. Mozart, Jacques Loussier und Sergej Prokofieff.

Freude an der Entdeckung und die Lust am Musizieren sind die Charakteristika des Ensembles. Sie sind das Ergebnis aus der vertrauensvollen Kombination erfahrener Orchestermitglieder und begabter Nachwuchs-Instrumentalisten.

Eine typische Werkfolge präsentiert die künstlerische Leiterin und Residenzkünstlerin Isabelle van Keulen im Jubiläumskonzert der Deutschen Kammerakademie, die ab 18 Uhr nicht nur Wolfgang Amadeus Mozart und Sergej Prokofieff, sondern auch das jazzige Konzert für Violine und Percussion von Jacques Loussier (Play Bach) zu Gehör bringen wird.

Isabelle van Keulen, Foto Daniel Ziegert

Sergej Prokofieff lebte noch in Russland, als er mit seiner Symphonie classique nach eigenen Worten daran ging, “die Gänse zu ärgern”. Ob er damit die höheren Töchter von St. Petersburg meinte, sei dahingestellt: Das Resultat war ein neoklassizistisches Meisterwerk, das oft – auch von Prokofieff selbst – kopiert und doch nie erreicht wurde. Klare Formen, aber auch eine geschärfte Tonalität, prickelnde Rhythmen und die typischen, weiten Melodiesprünge, für die der Komponist bekannt wurde, sind die Markenzeichen dieser viersätzigen Sinfonietta.

Bald nach der Petersburger Uraufführung vom 21. April 1918 begab sich Sergej Prokofieff auf einer lange Reiseroute nach Osten, die ihn schließlich über viele Grenzen, Ozeane und Kontinente nach Frankreich führte. Auch diese Station war freilich nur vorläufig: Er begab sich dann in seine inzwischen stalinistische Heimat zurück.

Zu dieser Zeit wurde im französischen Angers der Pianist Jacques Loussier geboren, der seit dem Ende der fünfziger Jahre mit seinen Play Bach-Alben weltberühmt wurde. Der Hang zum Swing beschränkte sich nicht auf die ‘jazzigen’ Reflexionen des barocken Meisters: Auch in seinen eigenen Kompositionen, beispielsweise in seinem ersten Violinkonzert aus dem Jahre 1988, verbindet Loussier mit leichter Hand so kontrastierende Regionen wie Jazz, Tango und japanische Folklore. 

Den festlichen Auftakt der Saison markiert die Serenata notturna KV 239 von Wolfgang Amadeus Mozart – ein kammermusikalisches Juwel, das seinen besonderen Reiz aus dem Wechsel von kleiner und großer Streicherbesetzung und dem vernehmlichen Anteil zweier Kesselpauken zieht. Am Schluss darf sogar der Kontrabass ein kurzes Solo spielen.

Text: Pro Classics / repor-tal

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics © Daniel Ziegert

Weitere Informationen und Tickets: www.deutsche-kammerakademie.de

Termin: 7. Oktober 2018, 18 Uhr, Einführung 17.15 Uhr mit Dr. Matthias Corvin

Veranstaltungsort: Zeughaus Neuss, Markt 42-44, 41460 Neuss

Karten-Hotline: 02131 / 52 69 99 99

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