Marx, Engels und Katzenjammer

Die Stadt Trier bereitet sich auf den 200. Geburtstag ihres großen Sohnes Karl Marx am 5. Mai 2018 vor. Und weil Karl Marx für die Chinesen von heute das ist, was früher Konfuzius war, ist Trier ein Wallfahrtsort für chinesische Touristen geworden. Deswegen war es schlau von den Trierer Winzern, eine Weinkönigin zu wählen, die fließend Chinesisch spricht und sich mit den Vorlieben der Gäste aus dem Reich der Mitte auskennt.

Sie lieben es nämlich, so heißt es – den Wein mit allerlei anderen Zutaten zu mischen, wie etwa Cola oder Eistee. Auch Gurkenscheiben seien beliebt. Deswegen bevorzugen sie auch Weine robusteren Charakters, deren Aromen sich gegen solche Zutaten noch durchsetzen können.

Doch die Idole des chinesischen Kommunismus sind ja zwei: wie Max und Moritz gehören auch Marx und Engels zusammen. Und wie Trier den 200. Geburtstag von Marx in diesem Jahr, so feiert Wuppertal den 200. Geburtstag von Friedrich Engels am 28. November 2020 und hat ebenfalls seine Marketing-Strategen auf das chinesische Publikum angesetzt.

Wein gedeiht an den Hängen der Wupper allerdings nicht. Die vielen Unternehmen im Tal sind spezialisiert auf Maschinen oder etwa Teile von Autos. Speziell für Wein-Konsumenten nach dem chinesischen Geschmack könnte allerdings ein Produkt nützlich sein, das Ende des 19. Jahrhunderts hier erfunden wurde: Aspirin!

Wuppertal sollte wohl zur Trierer Weinkönigin eine Aspirin-Botschafterin entsenden – natürlich mit perfekten Chinesisch-Kenntnissen!

Schorsch Bonks

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