Adventskalender als Therapie

Egal wo ich in den vergangenen Wochen hinkam, überall herrschte große Anspannung. Womit bestücken wir nur unsere Adventskalender-Strümpfe. Derweil wurde viel Nichtsnutziges und Unbrauchbares gekauft. Und wer besonders phantasielos war, aber dennoch etwas hermachen wollte, kaufte die teuren mit fader Schokolade oder kleistrigen Pralinen gefüllten Pappmonster. Wo bleibt da der besinnliche Advent? Vor der Hetzjagd nach dem größten Weihnachtsbaum und den meisten Geschenken kommt inzwischen auch noch der Wettkampf, einen möglichst aufwendigen Adventskalender zu präsentieren.

Da ereilt mich zwei Tage vor dem 1. Dezember ein kleines Päckchen. Eine liebe Freundin hat an mich gedacht. Aber was schickt sie? Lauter kleine Röllchen und Minipäckchen purzeln mir entgegen, jedes individuell mit Papier und Schleifchen hübsch verpackt. Ein Adventskalender!

Welch eine Idee! Wie liebevoll alles mich neugierig auf seinen Inhalt macht. Bestimmt bekomme ich jeden Tag ein schönes Gedicht oder gutes Wort auf den Weg. Besinnlichkeit! Da ist sie. Sie kommt ganz still und leise. Nicht bombastisch.

Heute am 1. Dezember öffne ich das erste Päckchen: Zum Vorschein kommt ein Tütchen Spezial-Kuchengewürz und das dazugehörige Rezept. So wird mich jetzt nicht nur ein persönlicher und origineller Adventskalender, sondern auch noch ein leckerer Gewürzkuchen durch die Vorweihnachts-Tage begleiten. Lieber an den Backofen als in die Einkaufsmeile – lieber Kuchenduft als City-Luft!

Schorsch Bonks

 

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