Bewegung am Rhein

Acosta Danza, Photo Manuel Vason

Die Kulturdezernentin der Stadt Neuss, Dr. Christiane Zangs, macht sich Gedanken um die Zukunft der drei zentralen kulturellen Events der Stadt. Denn das Shakespeare-Festival im ‚Globe‘ an der Rennbahn, die Neusser Tanzwochen und die Zeughauskonzerte sind seit vielen Jahren unter einer Federführung: Der Neusser Kulturreferent Dr. Rainer Wiertz ist gewissermaßen Intendant für drei Sparten – und er geht in vier Jahren in Pension.

Herve Koubi, Photo Didier PhilispartT

Doch für diesmal hat Wiertz wieder alles aufgeboten. Von den sechs großen Gastspielen der Tanzwochen 2017/18 sind drei Deutschland-Premieren. Südamerikanisches Temperament startet die Reihe am 3. Oktober mit Acosta Danza aus Kuba. Die Company wurde von Carlos Acosta gegründet, der ein führender Tänzer des Royal Ballet London war. “ Mit Akribie und Engagement hat er seine Truppe in Havanna aufgebaut“, berichtet Wiertz. „Und mit ein wenig Glück wird er selbst tanzen in dem belgisch-marokkanischem Stück New Duet. Die Weltpremiere des Acosta-Progamms findet nur wenige Tage vorher, am 27. September in London statt.

Hervé Koubi, Südfranzose mit algerischen Wurzeln, hat Straßentänzer aus verschiedenen nordafrikanischen Staaten zusammen geholt. Seine Bilder sind berauschend, die Tänzer vereinen Eleganz und Kraft mit starkem Ausdruck. Hervé Koubi vereint Mediterranes mit Arabischem. Eine Szene mit Messern erinnert an die Wurzeln des rituellen Tanzes. Ein Termin, den sich Tanzwochen-Fans nicht entgehen lassen sollten: 22. November.

National Dance Theatre of Wales / Folk, Photo: Rhys Cozens

Zum ersten Mal nach Neuss kommt das National Dance Theatre of Wales. Die künstlerische Leiterin des Ensembles, Caroline Finn, arbeitet regelmäßig mit internationalen Choreographen zusammen. Neben einem Arrangement der Britin werden ein Stück des Israelis Roy Assaf und eines des Australiers Lee Johnston zu sehen sein. Termin 1. Dezember.

Ballet Hispanico / Bury Me Standing, Photo:Paula Lobo

Am 23. Januar 2018 folgt ein Gastspiel des Ballet Hispanico aus New York. Die Latino-Kultur steht im Mittelpunkt bei der Company. Gezeigt wird unter anderem das Stück Bury me Standing“ von Ramon Oller, das den Einfluss der Roma auf die Kultur in Spanien zum Thema hat. Dies ist die dritte Deutschlandpremiere.

Martha Graham / Dark Meadow, Photo: Brigid Pierce

„Ein ganz großes Glück“ nennt Wiertz den Auftritt der Martha Graham Company aus New York am 17. Februar. Höhepunkt der Darbietung wird das Stück Chronicle sein. Hierin hat Martha Graham eigenes Erleben aufgearbeitet: 1936 lud Hitler sie zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin ein, was sie vehement ablehnte. „In Chronicle beschäftigte sich die 1991 verstorbene Choreographin mit dem ersten Weltkrieg und dem Geschehen der 1940er Jahre“, so Wiertz.

Den Abschluss der Saison macht das Hong Kong Ballet am 17. März. Unter der Leitung der Schwedin Madeleine Onne bringen die Chinesen eine tänzerische Vermittlung zwischen Asien und Europa auf die Bühne, ein breit gefächertes klassisch-modernes Repertoire.

Der Vorverkauf hat begonnen.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Weiter Informationen und Karten unter www.tanzwochen.de

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