Bonks‘ Siebensachen:
Außen cool, innen Glut

„Wer wollte sich mit Grillen plagen / Solang‘ uns Lenz und Jugend blüh’n?“ So reimte der Dichter Ludwig Hölty Anno 1776 unter dem Motto ‚Aufmunterung zur Freude‘. Auch meine Frau und ich waren an diesem Punkt angelangt: „Wir geben das Grillen auf.“ Dabei hatte der Dichter in seinem Sturm und Drang wahrscheinlich nie versucht, ein Stück Fleisch über Holzkohle oder heißen Steinen zu garen. Seinerzeit überließen vornehme Leute solche Verrichtungen gerne dem Personal.

Wir dagegen waren einmal stolze Besitzer eines nagelneuen, mit Flüssiggas beheizten Lavastein-Grills gewesen und hatten uns auf unseren ersten Grillabend auf der sommerlichen Terrasse gefreut. Aber ach! Von unten zog das vertrackte Gerät so viel kühle Nebenluft ein, dass trotz einer tüchtigen Lage glühender Lavasteine das Fleisch nur leicht ins Köcheln kam. Die Poren schlossen sich nicht, der Saft verdunstete, und die Steaks und Lammchops wurden fade und zäh.

Da steckt die Lösung drin…

Der Lavastein-Grill wurde via Ebay vertickt. Wir beschlossen, es mit einem richtigen Holzkohle-Grill zu versuchen. Wir fanden eine anscheinend pfiffige Konstruktion in Form eines der Länge nach aufklappbaren Zylinders aus Edelstahl. Doch leider fehlte ihm jeglicher Schutz gegen seitliche Zugluft. Das Fleisch wurde zwar von unten richtig heiß, kühlte aber von oben viel zu schnell ab.

Grill Nummer 3 war eine noch raffiniertere Konstruktion: Eine Schüssel, ähnlich wie ein Wok, auf eine Gasflasche aufgeschraubt. Zugluft war kein Problem mehr. Nur mussten wir, wie sich herausstellte, jedes Mal nach Holland fahren, um die Gasflasche füllen zu lassen. In Deutschland war das irgendwie aus patenrechtlichen Gründen nicht möglich. Alle weiteren Fehlschläge zu erwähnen (der Elektro-Grill wurde nicht mal warm genug, um eine zarte Seezunge zu garen) würde den Rahmen diese Beitrages sprengen. Fazit: Wir gaben das Grillen auf!

Der Cobb. Edelstahl mit Alu-Haube

Doch dann waren wir eines Tages mal wieder bei unserem Boots-Ausrüster, um unsere Schwimmwesten warten zu lassen. Und da stand er: der Cobb-Grill. „Was soll denn ein Holzkohlegrill an Bord eines Bootes“, fragten wir uns und den Händler. Ein glühend heißes Stück Metall, das noch dazu frei herumklötert, ist doch hochgradig gefährlich! „Keineswegs!“ antwortete der Händler. Und tatsächlich: Diese patente Konstruktion aus Edelstahl bleibt von außen kühl, auch wenn innen die Kohlen glühen. Man kann den Cobb sogar während des Grillens anfassen und wegtragen. Sollte er umkippen, würde das enthaltene Wasser sehr wahrscheinlich die Kohlen löschen.

Schnell brennende Kohleblöcke gibt’s auch wasserfest verpackt

Als Brennmaterial eignet sich übliche Grillkohle, von der man verblüffend wenig braucht. Für Eilige gibt es auch speziell gepresste Blöcke, die besonders fix angezündet und grillbereit sind. Das Ding ist also auch politisch korrekt: Es arbeitet mit erneuerbarer Energie, und zwar sparsam; denn es wird wenig Hitze nach außen abgestrahlt. Weil er von außen kühl bleibt, kann man ihn beim geselligen Barbecue auch mitten auf den Tisch stellen.

Zum Lieferumfang gehört eine Haube, die Zugluft abhält und es sogar erlaubt, den Grill wie einen Backofen zu benutzen. Man kann zum Beispiel erst ein paar Steaks grillen und dann ein ganzes Hähnchen unter der Haube langsam garen. Vermutlich eignet er sich auch zum Fischeräuchern. Sogar Kuchenbacken soll möglich sein – das haben wir allerdings noch nicht ausprobiert. Weil es als Zubehör auch eine Pfanne und eine Crèpes-Platte gibt, kann der Cobb einen Camping-Herd komplett ersetzen. Es gibt inzwischen schon spezielle Kochbücher dafür.

Und (für uns fast das Schönste): Alle Teile können hinterher in die Spülmaschine!

Schorsch Bonks

Photos: © repor-tal

Informationen: www.cobb-grill.de

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